Krimis und Thriller

Rezension: Querbrater

Handlung: Als die Wiener Chefinspektoren Kajetan Vogel und Alfons Walz den Mord an einer Frau klären müssen, die ziemlich aktiv in einer Online-Dating – bzw. Seitensprung- – agentur gewesen war, treten sie in ein für sie bisher ungekanntes Milieu ein. Während sie vornehmlich diverse Affären der Ermordeten vorladen und dabei auf skurrile Charaktere stoßen, macht Vogel, der selbst Seitensprüngen nicht abgeneigt ist, Bekanntschaften ganz anderer Art …

~ * ~

Ich habe Querbrater immer morgens in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit gelequerbratersen, und bei diesem Titelbild würde es mich nicht wundern, wenn die meisten anderen Fahrgäste mich eher in einem Erotikroman versunken wähnten … 😉
Doch was steckte wirklich hinter dem geschickt auf den Trendfarben der Literotica-Welle mitschwimmenden Cover?

Für mich entpuppte sich Querbrater als ein Buch, das mich zugleich positiv wie negativ überrascht hat.

Als sehr positiv empfand ich, wie „freundlich“ an das Thema jener Agenturen herangegangen wurde. Die Kunden wurden nicht per se als schrecklich moralisch verwerflich dargestellt, die Internetseiten waren einfach Möglichkeiten des Kennenlernens und nicht der Untergang der zivilisierten Welt. (Hey, ich habe schon einige Texte gelesen, die sich mit diesem Thema befassten, und werde dennoch immer wieder überrascht, wenn ich über neue Hasstiraden in fiktionalen oder Sachtexten stolpere …) Das hat mich schon mal sehr erleichtert – ich bin immer wieder froh über internet-bezogene Krimis in denen das WWW nicht die Ausgeburt des Teufels ist!

Die negative Überraschung war leider mein steigendes Unbehagen angesichts des doch oft sehr veralteten Frauenbildes der Hauptcharaktere. Nun gut, klar, es handelt sich bei dem Ermittlerduo um zwei Männer mittleren Alters – „was hast du denn erwartet?“, so könnte man mich fragen. 😀
Am Anfang fand ich die ganzen Sprüche über Frauenlogik etc. auch noch recht amüsant, schließlich gehörten auch zu der Interaktion der beiden Ermittler kleine, freundlich gemeinte Sticheleien einfach dazu, was ich auch sehr sympathisch und angenehm zu lesen fand. Doch nach einer Weile ging es mir dann doch sehr auf die Nerven, das alles: wie bei jeder auftretenden Frau sofort detailliert der Grad der Attraktivität beurteilt wurde, wie über Flirtereien und Beziehungen in Argumentationen gesprochen wurde, die mich daran zweifeln ließen, ob ich nicht per Zeitreiseroman in der Steinzeit gelandet sei.

Als dann schließlich …
(hier eine Spoilerwarnung – allerdings nicht die Aufklärung des Falles betreffend, sondern das Privatleben des Kommisar Vogels!)
… Vogel wiederholt seine Frau betrog und dabei die Schuld in reichlich schwachen Begründungen der „Spielpartnerin“ zuschob (um Himmels Willen! Egal, wo sie dir grad hinlangt, entweder du bist ein treuer Ehemann und beendest die Sache, oder eben nicht.), war es mir dann doch zu viel des Guten.

Natürlich weiß ich, dass die Sichtweisen der Charaktere nicht die Qualität eines Romanes ausmachen, doch kann ich mich mit manchen Einstellungen einfach nicht anfreunden, gerade wenn ich durch den personalen Erzähler mir viel zu undistanziert im Kopf betreffender Protagonisten feststecke. Da flüchte ich mich lieber in eine „Kann sein, dass manche Männer so denken, lesen möchte ich das aber bitteschön nicht“-Ignoranz. Was Geschlechterbilder und -stereotype betrifft bin ich nun mal besonders streng und schwenke gerne mein imaginäres „Wir sind doch nicht mehr im Mittelalter!“-Schild herum.

Wen solcherlei Dinge allerdings weniger stören, wird hier mit einem guten Krimi um ein originelles und unterhaltsames Ermittlerduo bedient.

Was mir wiederum sehr gefiel, war, wie sich durch die Beschreibungen der Gegend und die Sprache der Charaktere quasi das Erlebnis eines Wien-Ausfluges einstellte!
Auch als Krimi an sich habe ich an der Geschichte nichts auszusetzen – ich glaube, alles war ziemlich realistisch und nicht künstlich hochgeputscht, was ich immer sehr angenehm finde.

Autor: Rupert Schöttle
Verlag: Gmeiner
Erstauflage: 2015
Seiten: 307
ISBN-10: 3839216877
ISBN-13: 978-3839216873

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Humor · Schwerlich Kategorisierbar

Rezension: „Lolito“

lolito2Autor: Ben Brooks | Übersetzerin: Britt Somann
Verlag: Atrium
Deutsche Erstauflage: 2015 | Originalausgabe: 2013
ISBN-10: 3855350558
ISBN-13: 978-3855350551
Seiten: 272

Handlung: Der 15-Jährige Etgar erfährt – während er sich in Facebook als sie ausgibt, wohlgemerkt-, dass seine Freundin Alice ihn betrogen hat, und macht darauf hin Schluss. Nun ist er wütend, verzweifelt und einsam und sucht in „Erwachsenen-Chatrooms“ Zuflucht. Hier lernt er die vermeintliche Singlefrau Macy kennen. Ihr gegenüber gibt er sich als Hypothekenmakler aus, und sie scheint es ihm abzunehmen. Es entspinnt sich eine Online-Affäre mit Chatsex, die den beiden bald nicht mehr genügt, sodass sie beschließen, sich auch im realen Leben zu treffen …

Manchmal stelle ich mir Atome als winzige Menschen vor, die extreme Angst haben und viel Händchen halten. Ich stelle mir vor, dass mein Körper aus winzigen, verängstigten Leuten besteht, und diese nehmen Becher oder Bücher hoch, die aus anderen winzigen, verängstigten Leuten bestehen. Und wenn man mit jemandem Sex hat, sind es einfach massenweise winzige, verängstigte Leute, die Händchen halten.
Ich denke an die winzigen Leute, die ich bin, und fühle mich weniger allein.
(S.153)

Leider muss ich sagen, dass mir Lolito nicht gefallen hat. Dies hat mehrere Gründe, denen ich nun einigermaßen geordnet auf den Grund zu gehen versuche.

Sprache & Stil

Zum einen wäre da das Leseerlebnis an sich, das schlichtweg keinen Genuss für mich darstellte. Sprachlich gesehen ist das Buch nicht schlecht – klar, der Stil wirkt auf mich manchmal etwas monoton und irgendwie „ruckartig“, doch das schob ich auf den Versuch, die rastlose Langweile des Protagonisten darzustellen. Daran konnte ich mich also gewöhnen. Was mich da schon eher störte, war, dass der innere Monolog Etgars wohl zu 90% aus Fäkalsprache jeglicher Art, sexuellen Praktiken und Beleidigungen bestand. Man mag einwenden, dass ich nie ein 15-jähriger Junge war, das stimmt natürlich, doch war ich auch mal 15 und weiß dass man da wütend ist und Sex durchaus einen großen Platz in der Gedankenwelt einwenden kann. Die Darstellung in Lolito jedoch schien mir halb wie etwas, das eine Parodie sein sollte, halb wie das Werk eines Menschen, der sich enorm anstrengt, zu provozieren, und dabei über das Ziel hinausstolpert. Hier wurden innerhalb keiner 300 Seiten die Worte „schwul“ und „vergewaltigen“ gefühlt häufiger gebraucht, als ich sie in meinem Leben aussprach. Echte 15-Jährige, die mir in der Hinsicht ihrer Sprech- und Denkweise widersprechen wollen, sind dazu natürlich herzlich eingeladen! So lange ist das zwar nicht her, seit ich so alt war, aber Zeiten ändern sich ja und man verdrängt recht viel. 😉

Enttäuschende Diskrepanz zwischen Präsentation und Inhalt

Ein weiterer Grund, warum mir das Lesen nicht wirklich Spaß machte, mag die Präsentation des Buches sein, die für mich irgendwie das Werk an sich total verfehlt.
Zunächst wäre da der Bezug zu Nabokovs Lolita, der nicht nur durch den Titel hergestellt wird, sondern auch durch das Zitat von Christian Ulmen auf dem Backcover: „Ich weiß nicht, was Nabokov davon gehalten hätte. Wahrscheinlich hätte er es selbst gern geschrieben.“ Für Leute, die wie ich, begeistert vom Werk sind, auf das hier Bezug genommen wird, kann ich gleich eine Warnung aussprechen: Wenn das der einzige Grund für euch wäre, Lolito zu lesen, dann tut es nicht. Während ich noch den Gedanken dahinter verstehe, auf jede Beziehung, in der ein Altersunterschied vorherrscht, das Lolita-Attribut zu klatschen, macht das im Endeffekt nur in den seltensten Fällen Sinn und hier beispielsweise überhaupt nicht. Die bloße Tatsache, dass Macy 46 ist, und somit 31 Jahre älter als Etgar, bedeutet nicht, dass man hier eine ähnliche (beklemmende) Beziehungsdynamik auffindet wie in Lolita. Ebenso unsinnig die Behauptung, Nabokov würde wünschen, dieses Buch geschrieben zu haben. Was in meinen Assoziationen bei diesem Namen als Erstes kommt ist sein atemberaubender Stil, so irgendwo zwischen Poesie und Klaustrophobie. (Erfährt man nicht schon zu Beginn von Lolita: „You can always count on a murderer for a fancy prose style.“?) Den Stil in Lolito hingegen fand ich, wie oben angesprochen, eher so zwischen „nicht schlecht, aber auch nichts Besonderes“ und nervig bis anstrengend. Somit kann ich die Lolita-Bezüge nur als billiges Werbemittel sehen, was ich aus Sicht eines Verlages zwar irgendwie nachvollziehen kann, das aber nicht dazu beiträgt, mir als Leserin dieses Buch sympathisch zu machen.

Porträt einer Generation?

Ebenso misslungen fand ich den Klappentext: „Schreiend komisch, zutiefst berührend und (leider) absolut wahrhaftig: Die haarsträubende Geschichte des jungen Etgar ist zugleich das Porträt einer gebeutelten Generation, die von klein auf im Internet ihr blaues Wunder erlebt.“
Über ’schreiend komisch‘ lässt sich natürlich streiten – ich habe zwar an einigen Stellen gegrinst, aber hauptsächlich missmutig geguckt und mit dem Buch diskutiert.
Weniger streitbar finde ich dagegen „das Porträt einer […] Generation“. Hey, das sind große Worte, und ja, ein Klappentext braucht wohl große Worte, aber dennoch finde ich sie dezent anmaßend, vor allem angesichts des Werkes, das sie beschreiben. Wenn ich vom Anspruch lese, eine Generation zu porträtieren, erwarte ich Charakterstudien, ausgearbeitete Innenwelten und ein differenziertes Bild. Ansätze davon waren zu lesen, gerade wenn es um Etgars Unsicherheit ging, um seine Angst vor der Welt. Dies wurde jedoch überlagert von der „hm, mal sehen wie viele ‚böse Wörter‘ ich in diesen Abschnitt quetschen kann!“-Haltung. Nennt mich faul, aber der Gehalt eines Buches muss schon pures Gold sein, wenn ich mich dafür erst durch einen Haufen Fäkalien wühlen muss.
Abgesehen davon – für wen ist das Buch geschrieben? Für erwachsene Menschen, die sich wirklich mit der jetztigen Teenagergeneration außeinandersetzen wollen, oder für solche, die nach Bestätigung all ihrer negativen Vorurteile suchen und gerne mal in „Früher war alles besser!“-Tiraden ausbrechen? Ich muss gestehen, zu Beginn schätzte ich den Autor – von dem ich bisher nicht gehört hatte – auf einen Mann mittleren Alters der eine Aversion gegen Jugendliche hegt und diese deshalb gerne mal voller Hass antagonisiert. Einfach weil er es kann; weil ihm ein Publikum offen steht, das wissend nicken wird, zwinkern und zufrieden sagen: „Ja, als wir noch jung waren, da hatten wir noch bessere Dinge zu tun, als den ganzen Tag zu saufen und in diesem Internet herumzuhängen!“ Das Bild, das hier entworfen wird, scheint mir enorm düster und einseitig, und lädt eher dazu ein, über die Moderne zu schimpfen, als sich kritisch mit Problemen zu befassen.
Als ich dann die Kurzbiographie laß, stellte sich heraus, dass Ben Brooks nur ein Jahr vor mir geboren wurde, jetzt also ca. 23 sein dürfte. Ups. Das macht es für mich aber noch unverständlicher – wenn man altersmäßig näher an den Leuten dran ist, über die als für die man schreibt, wieso versucht man dann nicht eher, diese als denkende, fühlende, differenzierte Wesen darzustellen als … so eben?

Hätte, könnte, würde …

Ich möchte nicht ausschließen, dass eben das vielleicht sogar Anspruch des Buches war. Schließlich rühmt sogar mein geliebter Klappentext die Geschichte als „zutiefst berührend“, und es gab durchaus einige Textstellen, in denen auf Etgars Innenleben eingegangen wird. Auch das Treffen mit Macy ist – sehr zu meiner Freude! – ganz anders, als ich es auf Grund der Präsentation des Buches erwartete. Sie ist nämlich nicht (nur) eine bösartige Verführerin Minderjähriger, sondern wie Etgar ein trauriger und verletzlicher Mensch. Obwohl sie keineswegs nicht gewusst haben kann, dass sie mit einem Jungen chattet (seine Versuche, einen erwachsenen Hypothekenmakler darzustellen, sind nicht gerade überzeugend), und deshalb durchaus in vollem Bewusstsein ein Gesetz brach, ist sie nicht das, was man – nicht zuletzt durch How I Met Your Mother – als Cougar/Puma kennt, sondern schlicht eine Frau, die mit ihrem Leben so wenig zurecht kommt wie Etgar mit seinem. Über die moralische Problematik darin, in einer Liebeskrise bei einem Minderjährigen Trost zu suchen, kann man natürlich debattieren … Ich aber finde, dass man aus den Interaktionen dieser beiden Personen mehr hätte machen können, und, auch ohne auf der Provokationsschiene zu fahren, eine Geschichte hätte erzählen können, die der komplexen Innenwelt einer Macy und eines Etgar gerecht wird.

Alles in Allem ist das auch mein Fazit: Ben Brooks hätte ein paar Dinge überzeugend tun können, hätte er sich auf weniger Inhalte mit mehr Tiefgang fokussiert; er entschied sich aber dafür, viele Dinge halbherzig, unglaubwürdig und unschön in den Raum zu werfen. Das ist verdammt schade.

Krimis und Thriller

Rezension: „Die Todesgeigerin“

todesgeigerinAutor: Paul Walz
Verlag: Prolibris
Erstauflage: Dezember 2014
Format: Taschenbuch
ISBN-10: 3954751011
ISBN-13: 978-3954751013
Seiten: 331

Handlung: Als am Anfang der Geschichte eine Seniorin tot in ihrer Wohnung aufgefunden wird, gehen Kommissar Lichthaus und sein Team zunächst noch von einem Einzelfall aus. Als sie jedoch Wissen über mehrere ähnliche Fälle erlangen, erkennen sie, dass sich jemand in einer Raubmordserie einer unheimlich verletzlichen Bevölkerungsschicht zuwendet: Alternden Menschen, die vollkommen von ihrer Umwelt abgeschnitten sind. Es stellt sich heraus, dass all den Opfern gemeinsam war, dass sie im Internet in Seniorenchatrooms ihrer Einsamkeit zu entfliehen suchten, wo der Mörder dann ihr Vertrauen erlangte. Die Ermittlungen im Cyberspace stellen das Team vor ungeahnte Herausforderungen.

~*~

Wie eigentlich immer kann ich mir nicht verwehren, das Buch von mehreren Standpunkten zu betrachten – mein erster ist der einer begeisterten Krimileserin, und als solche habe ich das Buch gerne gelesen. Der oben beschriebene Fall ist mir in dieser Weise noch nie untergekommen und mit Spannung habe ich verfolgt, wie die einzelnen Handlungsstränge aufgedröselt wurden und die Ermittler in so einigen Sackgassen stolperten. Was ich besonders mochte, waren die Kapitel, die die Sicht der Opfer und Täter beleuchteten. Ich bin jetzt 22 und die meisten Menschen, mit denen ich Kontakt habe, sind ebenfalls junge Erwachsene, oder Erwachsene vor dem Rentenalter. Dieser Blick auf ältere Menschen in ihrer Einsamkeit war etwas ganz neues und Bedrückendes für mich. Auch der Einblick in die Motive der Täter gab dem Leser eine neue Perspektive auf das Geschehen und machte es schwerer, eine klare Grenze zwischen „gut“ und „böse“ zu ziehen.
Wie es in den meisten Krimis von heute üblich ist, konzentrierte sich das Buch nicht nur auf den Fall, sondern erzählte auch vom Leben der Ermittler, hier hauptsächlich von Kommissar Lichthaus. Die Todesgeigerin ist der dritte Band einer Reihe um diesen Ermittler, man kann aber auch gut einsteigen wenn man – wie ich – keinen der vorhergehenden Bände gelesen hat. Leider muss ich sagen, dass mir hier Lichthaus leider nicht so sympathisch wurde (was aber vielleicht an meiner ganz persönlichen Abneigung gegen Eifersüchteleien liegt), das trübte mein Lesevergnügen aber nur unwesentlich. Im Allgemeinen mochte ich das Team und wie deutlich wurde, wie sympathisch sich die meisten Mitglieder sind.
Vom Krimileser-Standpunkt war das also ein gutes Buch, aber leider bin nie nur eine Art von Leserin gleichzeitig, weshalb ich nun kurz auf zwei Punkte eingehen möchte, die meinen Genuss des Buches ein wenig schmälerten:
Zum einen wäre da die Sache, dass ich eine junge Erwachsene im Jahre 2015 bin. Mit Betonung auf ‚jung‘, weil ich damit meine Zugehörigkeit zu einer Generation unterstreichen möchte, die quasi im Internet aufgewachsen ist. 😀  Zwar gab es in meiner Kindheit weder Smartphones noch Laptops, aber dennoch bin ich seit ca. 10 Jahren häufig (und immer häufiger werdend) im Internet unterwegs. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich eben online fast schon zu Hause fühle, dass es mir oft seltsam bis unglaubwürdig erschien, wie naiv die Ermittler an diesen neuen Schauplatz herangehen. Zwar kenne ich mich nicht wirklich aus, wie gut ausgebildet Polizisten in dieser Hinsicht sein müssen, doch konnte ich der Geschichte nie so ganz abnehmen, von was die Protagonisten alles noch nie gehört hatten, bzw. welche Unvorsichtigkeiten sich daraus ergaben. Doch, wie gesagt, das ist nur meine ganz persönliche Empfindung – und vielleicht finden sich „wirkliche, echte Erwachsene“ auch eher darin wieder, schließlich ist das Internet ja auch für Frau Merkel Neuland. 😉
Ein zweiteres kleines Manko war, dass ich (trotz der oben erwähnten teilweisen Aufhebung von Gut und Böse), viele (Neben-)Charaktere als etwas flach und fast karikaturhaft gezeichnet fand, als sollte es dem Leser extra einfach gemacht werden, sie schnell in Schubladen a la „Nerd“, „brave, harmlose Studentin“ zu stecken.

Alles in allem also empfand ich Die Todesgeigerin als guten  Krimi – nicht unbedingt herausragend, aber keineswegs schlecht, der spannende Unterhaltung für einen faulen Sonntag auf der Couch bietet. 🙂