[Zeugs] Monatszusammenfassungen

Lesemonat April

April 2017

 

Irgendwann werden wir uns alles erzählen, Daniela Krien (2011)

Schon während des Lesens viel es mir schwer, zu entscheiden, wie ich das Buch finde. Es spielt zur Zeit des Mauerfalls und erzählt die Geschichte einer Sechzehnjährigen, die bei der Familie ihres Freundes auf dem Land lebt, und dort eine Beziehung mit einem deutlich älteren Mann beginnt. Stellenweiße ist es schwer zu sagen, ob die Beziehung der Protagonistin wirklich guttut, oder sie doch eher eine missbräuchliche ist – die Sprache, die gerade in Momenten der Leidenschaft eine sehr außenstehende Perspektive (trotz Ich-Erzählerin) einnimmt, macht das Einfühlen nicht leichter. Demgegenüber stehen melancholische Landschaftsbeschreibungen und Sätze von überraschender Zärtlichkeit, die ich sehr genoss.

 

Hangsaman, Shirley Jackson (1951)

Mein drittes Buch von Jackson und auch in diesem begeisterten mich ihr Stil, ihr Hang zu absurden Sprachbildern, und ihre Menschenkenntnis. Natalie, die Protagonistin, entkommt aus ihrer familiären Situation – die Mutter eine in ihrer Ehe unglückliche Alkoholikern, der Vater, ein Literaturwissenschaftler, überbordend und arrogant – aufs College. Hier fällt es ihr schwer, Anschluss zu finden, bis sie auf einen Professor und seine junge Frau trifft, und später die mysteriöse Tony. Eine Coming-of-Age-Erzählung, die viele Fragen offen lässt. Oft weiß man nicht, was real ist und was sich nur in Natalies Fantasie abspielt, doch auch das macht für mich den Reiz aus.

 

If We Were Villains, M.L. Rio (2017)

Auch dieser Debütroman spielt auf einem College, genauer gesagt fokussiert er sich auf eine Gruppe Theater-Studenten auf einem Elite-Konservatorium. Die sieben, die im Zentrum des Romans stehen haben bis in ihr viertes Studienjahr durchgehalten, eine große Leistung, wo doch in jedem Jahr diejenigen Student*innen, die nicht die absolut besten sind, rausgeschmissen werden. Langsam jedoch beginnen Leistungsdruck und Konkurrenzkämpfe auch diese eingeschworene Gruppe zu zersetzen und als sich das Machtgefüge zu verschieben beginnt, geraten Dinge außer Kontrolle …

Ein kurzweiliges Lesevergnügen, vor allem für Shakespeare-Fans! Da die Theater-Studierenden sich ausschließlich mit seinem Werken befassen, finden sich entsprechend viele Zitate und Parallelen.

 

Julischatten, Antje Babendererde (2012)

Wieder ein Buch von Babendererde und mittlerweile weiß ich überhaupt nicht, warum ich das noch tue. Ja, die Naturbeschreibungen sind wunderschön und erwecken Fernweh, doch zu welchem Preis? Hier wäre der Zeitpunkt, wo ich mich über den anscheinend äußerst feinen Grad zwischen Liebe und Besitzergreifung aufrege; ersparen wir uns das … Neben dem obligatorischen Love-Triangle greift das Buch ernste Themen wie Alkoholismus und Drogenkonsum auf, und rutscht dabei manchmal ins Melodramatische. Über vierhundert Seiten hätte für mich die Geschichte von Sim, die nach einer Alkoholvergiftung dazu verdonnert wird, den Sommer bei ihrer Tante in einem Indianerreservat zu verbringen, nicht haben müssen.

 

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April, sonst so:

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Ausnahmsweise ganz elegant und vor allem stolz auf dem Abi-Ball der kleinen Schwester / mentale Vorbereitung auf das Twin-Peaks-Revival / Wartezimmer-Fashion, die Erkenntnis, dass eine neue Therapie doch ganz gut wäre / endlich: die Bachelorarbeit, gedruckt und abgegeben!!
[Zeugs] Monatszusammenfassungen

Lesevorsätze für 2017 & mein Lesemonat Januar

Nach dem mein Ende 2016 / Anfang 2017 auf persönlicher Ebene ziemlich … seltsam und nicht so gut war (vom weltpolitischen Standpunkt will ich gar nicht sprechen) komme ich sehr langsam ins Lesen und Bloggen zurück.

Dieses Jahr habe ich einen großen Vorsatz: Ich habe mir eine Buchkaufsperre für das komplette Jahr auferlegt! Ausgenommen sind Bücher, die ich für die Uni brauche, aber da es bei mir damit erst im September weitergeht, ist das noch etwas hin.

Ich will mich erst mal auf die Bücher konzentrieren, die bei mir teilweise schon seit Jahren herumliegen, und auf die ich mich eigentlich auch freue, die aber immer wieder in Vergessenheit geraten, weil ich dann doch wieder abgelenkt werde. Ich bin sehr leicht zu begeistern, das ist Segen und Fluch zugleich. 😀

In Büchereien werde ich weiterhin gehen, mein Vorsatz bezieht sich also nur auf das Kaufen von Büchern. Ich glaube, das ist ziemlich machbar, ich bin guter Dinge. 🙂

Damit ich mich auch wirklich mal an die Bücher mache, die ich vor längerer Zeit erstanden habe, habe ich mich dazu entschieden, dass bei den Challenges, bei denen ich dieses Jahr mitmache, auch nur Bücher zählen, die vor 2017 in meinen Besitz gelangt sind. Bücher aus der Bücherei, oder solche, die ich geschenkt bekommen habe, zählen also nicht.

Abgesehen von meinen nicht-jahresbezogenen Challenges mache ich 2017 an zweien mit:
einmal der Motto-Challenge, bei denen es darum geht, jeden Monat möglichst viele Bücher zu einer bestimmten Vorgabe zu lesen, und dann noch bei Save Your Sub 2017. Hier sollte man sich die 12 Bücher, die schon am längsten darauf warten, gelesen zu werden, rausschreiben, und im Laufe des Jahres lesen.

Leider war ich im Januar bei keiner der beiden Challenges erfolgreich, aber das Jahr hat ja eben erst begonnen. 🙂

Ein weiterer Vorsatz ist, dass ich dieses Jahr zu jedem Buch, das ich lese, direkt danach einen Kommentar schreiben will, der genau 100 Worte fasst. Diese Texte kommen dann immer in die Monatsrückblicke.

 

Lesemonat Januar

januar-2017

 

Voll streng, Frau Freitag – Frau Freitag

Lehrerin erzählt aus dem Alltag – lustig, absurd und herzerwärmend. Während Frau Freitag sich aufregen muss, dass es im Leben ihrer Schüler*innen spannendere Dinge gibt, als sich auf die anstehende Realschulprüfung vorzubereiten oder irgendwelche Formulare abzugeben, bin ich einerseits jung genug, auf die Einstellung der Schüler*innen mit einem inneren „#same!“ zu reagieren, andererseits dann doch so alt, dass ich auf 16-Jährige mit einem „Das sind doch noch Kinder!“ hinunterblicke. Warum sollen die überhaupt jetzt schon wissen, was die machen wollen. Lasst die doch. Das Leben ist lang!

Wie auch immer: unterhaltsam & wärmstens zu empfehlen, hoffe auf einen dritten Teil!

 

Ewig Dein – Daniel Glattauer

Glattauer war mir namentlich ein Begriff, als ich das Buch im Buchtauschregal in der Uni liegen sah, griff ich nur zu gerne zu. War dann „ganz nett“, mehr aber nicht. Im Rückentext steht, es beginne „wie ein Liebesroman“, da ich den Typen, der sich dann als Stalker entpuppen sollte, jedoch von Anfang an creepy fand, fehlte mir so die schleichend steigende Spannung. Wunderte mich, dass die Protagonistin das ganze Theater so lange mitmachte … Zum Aufregen: der Freundeskreis der Hauptperson, der sich so rasch und fraglos vom Stalker vereinnahmen ließ, statt der Freundin, die sie seit Jahren kannten, Gehör zu schenken!

 

Die Brücke der Vögel – Barry Hughart

Obwohl Fantasy lange mein Lieblingsgenre war, habe ich den letzten Jahren kaum Fantasybücher gelesen, weil die, auf die ich stieß, mich selten begeisterten. Dieses Buch aber hat mich wieder daran erinnert, warum ich das Genre mal so liebte. Es geht klassisch um eine Mission und Reise, doch die Welt ist so gefüllt mit interessanten Charakteren und spannenden und lustigen Momenten, dass man gar keinen abgespaceten Plottwist vermisst. Die Geschichte von Meister Li und Nummer Zehn der Ochse, die haufenweise Abenteuer erleben, um mit Hilfe einer Ginsengwurzel die Kinder aus Nummer Zehns Dorf zu retten, kann ich guten Gewissens weiter empfehlen!

 

Der Kuss des Raben – Antje Babendererde

Obwohl ich schon von den ersten beiden Büchern, die ich von Antje Babendererde las, nicht wirklich begeistert war, probierte ich es doch wieder. Was mir, wenn es denn mal auftaucht, gefällt, sind ihre Naturbeschreibungen und die Naturverbundenheit der Charaktere. Das fand sich hier leider selten, dafür viel zu viel des immer gleichen Jugendbuchquatsches: ein Liebesdreieck, in dem Protagonistin zwischen zwei Beziehungen steckt, von denen ich kaum entscheiden kann, welche schlimmer ist, beste Freundinnen, die aber nie so wichtig sind, wie der jeweils aktuelle love interest … Das alles hier gewürzt mit einer unglaublichen Menge an dramatischer Hintergrundstory für sämtliche Hauptcharaktere. Naja.

 

Wolves, Boys, and Other Things That Might Kill Me – Kristen Chandler

Ein Bücherei-Fund meiner kleinen Schwester, die aber schon nach ein paar Kapiteln aufgab, weil sie es zu bekloppt fand. Ich aber war stärker und kämpfte mich durch!

Gut fand ich die Szenen in der Natur und die Beobachtungen über Wölfe. Schlecht … nun ja, den Jugendbuchquark. Ich will doch einfach mal ausspannen, und über die große Instant-Liebe und Probleme, die mit einem Mindestmaß an Kommunikation einfach zu lösen wären, rege ich mich doch nur auf. Auch von der Idee, dass es eine Beleidigung unglaublichen Ausmaßes ist, wenn ein Junge aus Versehen für schwul gehalten wird, könnten wir uns bitte mal entfernen …

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Januar, sonst so:

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Geburtstagstreffen mit lieben Menschen / traditionelles Starbucks-Date mit der kleinen Schwester / wieder fleißig Hiwi-Sein / gegen Sozialphobie ankämpfen und mal in der Unibib arbeiten 
[Zeugs] Monatszusammenfassungen

Mein Lesemonat September 2015

September15

Der September begann mit Wen der Rabe ruft von Maggie Stiefvater. Diesem Buch bin ich mit gemischten Erwartungen gegenübergetreten. Zum einen war da dieses wundervolle Cover, das mich sehr ansprach, und auch die Elemente ‚düstere Wälder‘ und ‚Geister sehen‘ klangen vielversprechend. Wer mich kennt, weiß allerdings, dass mich die Aussicht auf eine Prophezeiung, in der es um Liebe geht, schon von vorne rein etwas skeptischer gemacht hat. Ich bin allerdings sehr froh, dass ich das Buch gelesen habe! Es ist von schön mysteriöser Stimmung, die Charaktere sind sympathisch und interessant und zu kitschig ist es auch nicht. Diese Reihe, die schon beendet ist und aus vier Bänden besteht, werde ich auf jeden Fall weiter lesen. wen der rabe ruft

Noch ein schwarzer Vogel betitelte das nächste Buch, das ich laß: Krähensommer von Brigitte Glaser. Ein netter Krimi, der mir vor allem der Protagonistin wegen auffiel: während in den meisten Krimis ja entweder Polizisten, Detektive oder „normalsterbliche Bürger“, die mit Polizeiarbeit gar nichts am Hut haben, den Fall aufklären, ist die Hauptfigur hier eine junge Frau, die gerade die Ausbildung zur Polizistin beginnt. Das fand ich eine sehr interessante Perspektive, aus der ich gerne mehr lesen würde.

Dann laß ich ein Buch mit Essays, Bad Feminist von Roxane Gay, das ich uneingeschränkt jedem weiterempfehlen kann! Die Texte waren sehr persönlich, regten zum Nachdenken und Hinterfragen an & auch wenn ich nicht mit allem uneingeschränkt ihrer Meinung bin (wann bin ich denn sowieso je uneingeschränkt irgendwessens Meinung?) habe ich aus jedem Text etwas mitnehmen können. Sehr nützlich ist das Buch auch, wenn man sich zuvor vornehmlich mit Texten weißer Feministinnen beschäftigt hat, da Roxane Gay aus der doppelt unterdrückten Person einer schwarzen Frau schreibt. Natürlich werde ich mir nie wirklich ganz vorstellen können, wie das ist, mit Alltagsrassismus konfrontiert zu werden, doch gerade deshalb sind solche Bücher für mich so wichtig. Und für euch (außer eben nicht. Aber das wisst ihr ja selbst).

Das nächste Buch, das ich laß, war wieder der Beginn einer Reihe: Die Insel der besonderen Kinder von Ransom Riggs. Angenehm gruselig, aber da für Kinder, in einem Maße, das sogar ich ängstliche Person entspannt ertragen konnte. 😀 Die Art, wie sich die Geschichte an den im Buch mitgedruckten Fotos entlanghangelt ist sehr kreativ. Auch hier werde ich mich schleunigst auf die Suche nach dem nächsten Band machen.

The Marriage Plot ist mein erstes Buch von Jeffrey Eugenides, von dem eigentlich eher The Virgin Suicides und Middlesex auf meiner Leseliste stehen, aber da meine Mutter dieses von ihrer Reise nach London mitbrachte, war das nun eben meine erste Begegnung mit Mr. Eugenides. Es hat mir gut gefallen & ich habe es schnell verschlungen, aber einen besonders starken Eindruck hat es bei mir nicht hinterlassen. Einer der drei Hauptcharaktere (Mitchell) war mir auch so unsympathisch, dass ich mich durch die Passagen, die sich mit ihm befassten, fast ein wenig quälen musste.

Dann beendete ich Sweet Tooth von Ian McEwan. Eine Enttäuschung war es nicht, aber auch keine überwältigende Erfahrung. Ich liebe seinen Stil noch immer sehr, und viele der Ideen mochte ich auch arg, aber „perfekt“ war es nicht & manchmal zog es sich etwas. Zum einen fehlt mir vielleicht das tiefere Verständnis für den politischen/geschichtlichen Hintergrund um die Handlung wirklich spannend zu finden, zum anderen bin ich einfach sehr, sehr, sehr ermüdet von Eifersucht-Plots. sweet tooth in the park

Sehr fesselnd fand ich Samariter von Jilliane Hoffman, was ich ja auch schon in einer Rezension vorgestellt habe.

Mit Das Haus der besonderen Kinder von Claire Legrand war mal wieder ein Kinderbuch dran, wobei ich, da ich stellenweise so angeekelt/“verstört“ war, mich frage, was Kinder davon wohl halten. Ich meine, gut fand ich es schon, aber mich würde wirklich interessieren, wie Kinder mit dem Buch umgehen. Ich (22) fand es ziemlich beängstigend & meine kleine Schwester (17) hat es gar nicht zu Ende lesen wollen. D:

troilus and cressidaZuletzt laß ich Troilus and Cressida von William Shakespeare. (Yay! Mein obligatorisches Shakespeare-Seminar hat wieder angefangen. c:) Es hat mir wirklich sehr gefallen, schade war nur an mir selbst, dass ich in der ersten Woche, in der ich das Buch laß, mal wieder in einer so unkonzentrierten Phase war, dass ich gefühlt für jeden Satz eine Stunde brauchte. Das ist immer doof, wenn so etwas passiert. Jetzt geht das Lesen aber wieder besser und die letzten beiden Akte habe ich nahezu verschlungen. 🙂

September, sonst so:

collage september

[Zeugs] Monatszusammenfassungen

Mein Lesemonat Mai 2015

mai15Wie man sieht, war leider auch mein Mai nicht ganz so voll, wie ich es mir wünschen würde. Das liegt natürlich nicht daran, dass ich nicht viel gelesen habe, sondern daran, dass ich immer mehr Bücher anfange als zu Ende bringe. Ich wünschte, ich könnte mich da ein wenig zügeln, aber was kann ich denn dafür, wenn immer alles gleichzeitig unglaublich spannend ist! 😀

Das erste gelesene Buch war ein deutscher Roman aus diesem Jahr – Alles wird hell von Julia Jessen. Wie in meiner Rezension schon geschrieben, hat mir da Buch im Großen und Ganzen sehr gut gefallen, mit einem kleinen Absacker in der Mitte; empfehlenswert ist es aber allemal!

12th nightDanach Twelfth Night von Shakespeare. Ich frage mich, ob ich diesen Titel jemals schreiben kann, ohne nachzudenken, vom Aussprechen möchte ich jetzt gar nicht anfangen. 😉

the witches instaDarauf folgte The Witches, ein Kinderbuch von Roald Dahl. Ich fürchte, mit ihm werde ich nie so ganz warm. Ich bin doch so klein und unschuldig und zartbesaitet, da passt das alles nicht so ganz. Aber das Buch war trotzdem ganz nett, ich fand es nur beklagenswert, dass die Hexen die Antagonisten waren, Hexen sind doch enorm cool! (Wenn sie Kinder ausrotten wollen selbstverständlich nicht.)

Auch nicht gerade zu Begeisterungsschwüngen hinreißend war Voran, voran, immer weiter voran von Ryan Bartelmay. Es war auch nicht schlecht, aber es hat mich einfach nicht sonderlich gefesselt, geschweige denn, nachhaltig berührt. Eine kurze Rezension habe ich auf LovelyBooks gepostet. voran insta

Mit Formula, Tunnel des Grauens von Preston & Child habe ich mich mal wieder mit meinem alten Bekannten Special Agent Pendergast auf Abenteuer begeben. :3 Es ist immer wieder toll, ein Buch dieser Reihe zu lesen und das nächste habe ich mir schon aus der Bücherei geholt, dabei habe ich keinesfalls zu wenige andere Bücher zu lesen …

Beendet habe ich den Monat mit Atonement von Ian McEwan (ich liebe diesen Namen einfach so, ich freue mich immer, wenn ich einen Grund habe, ihn zu schreiben oder zu sagen! :D). Überwältigt hat mich vor allem der wunderschöne Schreibstil! Ich liebe es z.B. immer sehr, wenn Lichtverhältnisse in schönen Worten beschrieben werden (ok, das klang nun vermutlich total bekloppt), und das gab es darin zur Genüge. Eine kurze Rezension gibt es auch auf LovelyBooks.atonement insta

Falls ihr euch übrigens fragt, nach welchen Kriterien ich meine Rezensionen wo poste, hier, oder auf LB – meist möchte ich längere, ausführlichere Rezensionen hier posten, weil das eben mein Blog ist, und ich hier doch sicher auch gerne mal herumschwafeln darf. 😀
Auch, wenn ich Bücher für Challenges auf LB lese (dieses Jahr, die Historische-Romane-Challenge und die Romane-Challenge [der doch recht undurchsichtige Titel soll auf anspruchsvolle Gegenwartsliteratur verweißen]), muss ich natürlich dort Rezensionen posten, gegebenenfalls eine verkürzte Version von dem, was ich hier so verkünde.

Mai, sonst so:

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[Zeugs] Monatszusammenfassungen

Mein Lesemonat: April 2015

April15

Und wieder mal kann ich auf einen Lesemonat zurückblicken! (Dieses Jahr vergeht relativ schnell, muss ich sagen!) Die übrigens, die hier vorbeischauen, weil sie auf die Bekanntgabe der Gewinner meiner Verlosung warten, muss ich noch um Geduld bitten – den Feiertag habe ich mir mal freigenommen, aber morgen lose ich gleich nach dem Aufstehen aus. 🙂

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Der April begann mit Fürchte nicht das tiefe blaue Meer von April Genevieve Tucholke. Es ist eine Young-Adult-Fantasy-Romanze, und obwohl das ja sonst nicht so mein Genre ist, mochte ich das Buch recht gerne. Das lag vor allem da ran, dass so oft genussvoll von Kaffee geschwärmt wurde (:D), außerdem, dass die Romanze nicht ganz so besorgniserregend war, wie in manch anderen Büchern des selben Genres. Hier war der „geheimnisvolle Fremde“ nämlich ausnahmsweise nett zur Protagonistin und außerdem nicht gruselige 1000 Jahre älter. Zum Thema Gender – also auch Beziehungen – in (Urban) Fantasy kann man auf dem Wortmagieblog schon einige interessante Artikel lesen, nämlich hier und hier. Auch ich habe vor, mich Romantasy-Beziehungen in der nächsten Zeit mal zu widmen – wohl nicht auf ganz so hohem Niveau, aber mit viel Frustration. 😉

Als nächstes laß ich Die Stadt der schweigenden Berge von Carmen Lobato. Wie in meiner Rezension ersichtlich, war ich fast restlos begeistert, und ich bin schon wahnsinnig gespannt, wem ich mit diesem Buch Lesefreude schenken kann!

Darauf folgte The Guernsey Literary and Potatoe Peel Society von Mary Ann Shaffer und Annie Barrows. Obwohl ich Briefromane (vor allem, wenn die Briefe von so vielen verschiedenen Charakteren geschrieben werden) oft sehr verwirrend finde, fand ich hier gut hinein. Insgesamt war es ein schöner historischer Roman, der mich oft zum Schmunzeln brachte und auch einige bewegende Stellen hatte. Bücher über Menschen, die das Lesen lieben, finde ich außerdem auch immer klasse.

Eins meiner Highlights war diesen Monat auf jeden Fall Still Alice von Lisa Genova. Vielleicht haben ja einige von euch den Film gesehen, der vor kurzem in den Kinos lief (ich habe ihn leider verpasst – ich verpasse grundsätzlich alle Filme, wenn mich nicht jemand mitschleift). Ich war vollkommen gefesselt von der Geschichte, die von einer Linguistikprofessorin handelt, die schon relativ jung an Alzheimer erkrankt. Es ist ein interessantes und nahegehendes Erlebnis, quasi hautnah mitzubekommen, wie ihr das bekannte Leben entgleitet, und man verspürt fast selbst die Angst und Überforderung, wenn sie sich z.B. in der ihr bekannten Stadt auf ein mal völlig fremd fühlt. Besonders heftig waren für mich die Szenen, in denen sie selbst von ihrem „Fehlverhalten“ gar nichts mitbekommt, aber man sich genau vorstellen kann, wie die Anwesenden über sie denken. Einmal z.B. setzt sie sich in einem Hörsaal in die Reihen der verblüfften Studierenden – sie hat total vergessen, dass sie die Professorin ist, und verlässt, als die Vorlesung nach 20 Minuten nicht beginnt, guten Gewissens wieder den Raum. wie ihr wollt 1

Danach laß ich Wie Ihr Wollt von Inger-Maria Mahlke. Nachdem mich die ersten paar Kapitel total begeistert hatten, empfand ich es dann leider relativ schnell als ermüdend und streckenweiße langweilig. Ich mag aber nicht ausschließen, dass das auch daran lag, dass ich mich vielleicht in der Geschichte des englischen Königshauses nicht so gut auskenne, dass ich alle Personen und Geschehnisse sofort einordnen kann. Was besonders peinlich ist angesichts der Tatsache, dass ich Englisch und Geschichte studiere, aber pssst!

Als nächstes verschlang ich Die Klavierspielerin von Elfriede Jelinek, welches ich einfach großartig fand! Bedrückend, stellenweise verstörend, aber großartig. Eine ausführlichere Rezension gibt es hier.

love anthonyZuletzt laß ich ein zweites Buch von Lisa Genova, Love Anthony. Leider gefiel mir dies nicht ganz so gut wie Still Alice. Das Thema war zwar ebenfalls interessant – zwei Frauen müssen mit ganz verschiedenen Schicksalsschlägen zurecht kommen: Eine erfährt, dass ihr Mann sie seit fast einem Jahr betrogen hat, die andere trauert um ihren autistischen Sohn, der starb, nach dem er bei einem Anfall mit dem Kopf auf den Boden stürzte. Zwar ist es wieder sehr gut geschrieben und die Charaktere gewohnt glaubwürdig und sympathisch, allerdings durchzog das Buch, gerade gegen Ende hin, ein etwas spiritueller/esoterischer Unterton, mit dem ich leider nicht so viel anfangen konnte.

Wie vielleicht aufgefallen ist, habe ich diesen Monat nur Bücher von Frauen gelesen, und das war durchaus beabsichtigt. Denn so gerne ich auch sogenannte „Klassiker“ lese und mich an Literaturpreislisten orientiere – beispiele findet man in meinen Challenges hier und hier – sind die ja meist recht homogen, und ich bin bemüht, nicht in die Falle zu stolpern, dass nur (weiße, europäische oder nordamerikanische) Männer lesenswerte Bücher schreiben. 😀

April, sonst so:

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[Zeugs] Monatszusammenfassungen

Mein Lesemonat: März 2015

Maerz15

Wieder mal (also, seit schon einer Woche) ist ein Monat vorbei, wieder mal habe ich euch einige Bücher vorzustellen.
Seit der letzten Märzwoche habe ich auch richtig viel Zeit zum Lesen – statt zur Uni zu gehen mache ich nun erst mal bis Ende April ein Praktikum, und auch wenn ich den ganzen Tag im Büro verbringe, warten abends mal keine Hausaufgaben auf mich, was mir ein erfreuliches Gefühl der Freiheit verschafft.
(Die eine Hausarbeit, die ich noch zu schreiben habe, ignoriere ich gekonnt. Dafür habe ich schon sooo lange gebraucht, auf ein paar Monate mehr kommt es jetzt auch nicht an …)

Nun aber zu den Büchern:

Mein Lesemonat begann mit einem Thriller, Ghostman von Roger Hobbs. Das Buch hat mir eine Freundin ausgeliehen, die es mir eines Tages mit den Worten „Hier, darüber haben wir geredet und du hast gemeint, du würdest das so gerne lesen!“ überreichte. Lustigerweise kann ich mich an diese Unterhaltung überhaupt nicht erinnern und wüsste ehrlich gesagt auch nicht, wieso ich es unbedingt hätte lesen wollen, aber einem geliehenen Gaul schaut man ja nicht ins Maul, oder so. 😀 Es war dann auf jeden Fall unterhaltsam – ein guter Thriller halt, aber nicht überragend, kein Must-Read, wie ich finde. Unterhaltsam fand ich vor allem die wirklich extrem männliche knallharte Maskulinität des Protagonisten – wenn er sich ganz tough als Abendessen ein blutig gebratenes Steak ohne alles sowie einen schwarzen Kaffee aufs Hotelzimmer bestellt, dann schmilzt mein kleines Herz doch dahin! *hust*
merchant of venice

Als nächstes war mal wieder ein Shakespeare-Stück dran, The Merchant of Venice – sehr interessant und unterhaltsam zu lesen, doch für mich irgendwie nicht als Komödie. Irgendwie finde ich die Tragödien lustiger? <.< Tja, wenn Leute sterben habe ich eben erst so richtig Spaß …

invisible man

Dann widmete ich mich mal wieder meinem alten Bekannten Herbert George Wells. Ich mag seinen Stil sehr, vor allem den Humor, der zwischen den Zeilen mitschwingt. (Meine Deutschlehrerin würde mir diesen Satz nicht durchgehen lassen – „Zwischen den Zeilen steht nix!“, so sagte sie immer. :D) Leider muss ich sagen, dass ich The Invisible Man als nicht ganz so fesseln empfand, wie z.B. Food of the Gods oder The Time Machine.

ein moment fürs lebenEbenfalls eine Leihgabe einer Freundin war Ein Moment fürs Leben, mein erstes Cecelia-Ahern-Buch! Auch wenn mir die Protagonistin stellenweise recht unsympathisch war (naja, da sie im Buch eine Wandlung durchmacht, kann sie ja schlecht als perfekter Mensch starten, aber ich ärgere mich halt gerne …), fand ich die Geschichte im Großen und Ganzen äußerst süß und vor allem die Idee – sich mit dem personifizierten eigenen Leben zu treffen – enorm kreativ!

Nun folgte ein Fantasy-Jugendroman: Menduria – Das Buch der Welten von Ela Mang. Dazu werde ich noch eine Rezension schreiben, ich muss mir erst noch über solche Fragen Gedanken machen, ob ich vielleicht zu hohe Erwartungen an Bücher habe, ob ich meiner Fantasy-Phase entwachsen bin, oder warum auch immer es mich nicht ganz überzeugen konnte. menduria1Wunderschön hier aber: Die Aufmachung! Sowohl der Schutzumschlag als auch das „nackte Buch“ darunter sind echt bezaubernd und lohnen sich alleine schon deswegen.
(Mit im Bild: Meine neue riiiesige und superknuffige Tasse!)

Hingegen sehr begeistert war ich von Konzert ohne Dichter von Klaus Modick, auch wenn ich es sehr desillusionierend finde, wenn der Dichter Rainer Maria Rilke, der hier ein wichtiger Charakter ist, wirklich so ein Unsympath war. Naja, dann genieße ich ihn eben besonders werkimmanent … 😉
In meiner Rezension auf LovelyBooks könnt ihr nachlesen, dass mich hier vor allem der Stil begeistert, ja, eigentlich überwältigt hat.

Gleichsam toll fand ich Agnes von Peter Stamm, auch wenn es stilistisch total anders ist. Während Konzert ohne Dichter in großen Worten und ausschweifenden Beschreibungen schwelgt, ist die Sprache hier knapp, klar und irgendwie kalt. Kein Wort zu viel, aber auch keines zu wenig. Und irgendwie ist es wohl so, dass Bücher, die sich bei großen Emotionen mit großen Worten etwas zurückhalten, mich auch mehr berühren.
(Hinzu kommt, dass ich mir das Buch von meinem Bruder ausgeliehen habe; bei ihm war es Schullektüre. Und wenn sogar dieser lesefaule Mensch es „eigentlich ganz gut“ fand, sagt das schon was! :D)

Zuletzt dann laß ich Querbrater von Rupert Schöttle, einen Krimi im Milieu von Online-Seitensprung-Agenturen. Während ich zu Anfang gut unterhalten war, nahm mein Missmut im Laufe des Buches zu, warum, das erfahrt ihr in ein paar Minuten … ich setze mich gleich an die Rezension … wirklich, sofort, ich schwöre! 😀 [Edit: hier ist sie!]

März, sonst so:

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[Zeugs] Monatszusammenfassungen

Mein Lesemonat: Februar 2015

Februar15

So wie der Februar ein kurzer Monat ist, so war auch der Stapel der gelesenen Bücher für mich relativ klein.

Mein erstes beendetes Buch – an dem ich sogar schon seit Dezember knabberte – war Transatlantik von Colum McCann. Wie in meiner Rezension schon erzählt, fand ich es ziemlich anstrengend und langatmig und war um ehrlich zu sein recht erleichtert, als ich es dann zur Seite legen konnte.

Danach laß ich den Krimi Die Todesgeigerin (Paul Walz), zu dem ich gestern eine Rezension veröffentlicht habe. Ich empfand das Buch als soliden Krimi mit einigen Mängeln, die weniger kritische Leser wahrscheinlich nicht einmal stören dürften. 😉

Dann folgte eines meiner Highlights: Eleanor and Park von Rainbow Rowell! Ich war schon von Fangirl sehr begeistert, doch dieses Buch mag ich fast noch mehr. Ich werde noch eine Rezension schreiben, aber lasst hier schon mal gesagt sein, dass für mich Rainbow Rowell die Autorin für aktuelle, hochwertige Jugendbücher ist.

Ein weiteres Buch mit einem jugendlichen Protagonisten, aber nicht für Jugendliche geschrieben*, Lolito von Ben Brooks, konnte mich leider nicht so überzeugen. Das kann an vielen Dingen liegen – bin ich zu empfindlich, was Fäkalsprache anbelangt? Habe ich der Präsentation in Klappentext und Leserunden-Vorstellung nach einfach etwas Anderes erwartet? Diesen Fragen versuchte ich in meiner Rezension zu klären.

*anscheinend, dem Verlagsprogramm nach. Obwohl ich im Internet auch begeisterte Rezensionen von Jugendlichen Lesern fand. Aber die Frage nach der geeigneten Altersgruppe für ein Buch ist ja oft etwas doof.

Zuletzt laß ich A Room of One’s Own von Virginia Woolf und war hingerissen. 🙂

Ich hoffe, der März hält dann nicht nur mehr Bücher für mich bereit, sondern auch mehr, für die ich mich wirklich begeistern kann!