[Orte] Virtuelle Welten

[Computerspiel] „Scarlett Mysteries: The Cursed Child“

Ich fand es nicht einfach, mich zu entscheiden, ob ich meine Meinung zu Computerspielen unter [Texte] oder [Orte] bloggen soll, doch da es mir persönlich beim Spielen hauptsächlich darauf ankommt, die Atmosphäre eines anderen Ortes zu genießen, habe ich mich für diese Kategorie entschieden. 🙂

Ehrlich gesagt habe ich sehr, sehr lange kein Computerspiel gespielt – ich weiß noch, dass ich mir früher aus der Kinderbücherei gerne spiele ausgeliehen habe, aber das ist auch schon ca. 15 Jahre her. Neulich aber überkam mich das Bedürfnis mal wieder, und ich war sehr froh zu entdecken, dass es sogar noch Spiele gibt, die nach den Prinzipien funktionieren, die ich noch von früher kenne: Point&Click, das heißt, die Steuerung funktioniert durch Klicken mit der Maus, und mit der Aufgabe, versteckte Objekte zu finden. Meine Lieblingsspiele früher waren die aus der I-Spy-Reihe, und ich verfluche rückblickend all die Jahre, in denen ich nicht wusste, dass es auch Sachensuchspiele für Erwachsene gibt! 😀

Scarlett Mysteries 5.5

In diesem Spiel, das in einer steampukig-viktorianischen Welt spielt, ist man eine Scarlett Everitt, eine junge Frau mit paranormalen Fähigkeiten – manchmal, wenn sie Gegenstände anfasst oder Räume betritt, hat sie Visionen. Scarlett ist in einem Waisenhaus aufgewachsen und hat ihren Vater seit Jahren nicht gesehen. Eines Tages aber erreicht sie ein Brief, der eigentlich an ihren Vater adressiert war. Sie beschließt, dorthin zu reisen, wo er sich zuletzt aufgehalten hat, und so vielleicht herauszufinden, wo er nun ist. Also begibt sie sich zum Herrenhaus der Familie Steameyer. Dort halten sich nur noch Herr Steameyer und seine Tochter Iris auf, Frau Steameyer kam bei einem Unfall in der Fabrik ums Leben, so scheint es zumindest. Doch warum findet ihr Geist keine Ruhe, wenn ihr Tod nur ein harmloser Unfall war?

Die Geschichte an sich ist kein Grund, sich das Spiel zuzulegen. Sie ist relativ oberflächlich und die Charaktere haben keine große Tiefe. Allerdings, wie gesagt, ich spiele ja nicht unbedingt wegen der Stories, sondern hauptsächlich wegen der Atmosphäre, und diesbezüglich habe ich Scarlett Mysteries: Das verfluchte Kind sehr genossen!

Die Zeichnungen finde ich wirklich wunderschön und stimmungsvoll. Die einzelnen Zimmer der Steameyer-Residenz sowie die Außenbereiche (ein Obstgarten, ein Gewächshaus, das Grab von Bridget Steameyer) sind, wie ich finde, wundervoll gestaltet und es macht großen Spaß, dort nach Objekten zu suchen.

Scarlett Mysteries 4.1
Zu einem viktorianischen Herrenhaus gehört natürlich auch ein Gewächshaus.

Die Rätselspiele (abgesehen von den Wimmelbildern trifft man auf einige Puzzles und Logikrätsel) fand ich im Großen und Ganzen relativ leicht, ich habe aber auch auf der einfachsten Schwierigkeitsstufe gespielt, ich wollte mich ja entspannen, nicht anstrengen, ehrlich gesagt. Die Steuerung war auch für mich als absolut Ahnungslosen sehr eingängig und es wurde immer verständlich erklärt was zu tun ist.

Was mir am besten gefiel war, dass es einige Szenen gibt, in denen viele Pflanzen auftauchen, da ich Pflanzen liebe und den Zeichenstil des Spiels wirklich sehr schön fand, war das natürlich ganz nach meinem Geschmack:

Scarlett Mysteries 2
Hier würde ich am liebsten selbst sitzen und lesen.
Scarlett Mysteries 1
Blumensuchen hat mir besonders viel Spaß gemacht.

 

Ein weiteres kleines Highlight für mich war, dass es auch einen Hund im Spiel gab – man konnte ihn leider nicht streicheln, das hätte mein Glück absolut gemacht. 😉

Alles in allem fühlte ich mich also gut unterhalten. Natürlich, die Story ist nicht Bestseller-verdächtig und die Rätsel brachten meinen Kopf nicht zum Rauchen, doch das Spiel schenkte mir ein paar kurzweilige Stunden in einer leicht spukigen viktorianischen Atmosphäre, und mehr habe ich auch nicht erwartet und nicht gebraucht.

Falls die Scarlett Mysteries mit einem weiteren Spiel fortgesetzt würden (und das Ende des Spiels enthält auf jeden Fall Potential für weitere Geschichten), wäre ich auf jeden Fall wieder am Start um die schön gezeichnete Welt zu erkunden.

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