[Texte] Sachbücher

Rezension: „Wolfsküsse“ von Elli Radinger

wolfsküsseSchon die Prämisse des Buches ist absolut aufmunternd: eine Anwältin entscheidet sich für ein Leben in diversen Nationalparks, auf den Spüren dieser Tiere für die sie eine absolute Faszination hegt. Dafür heißt es dann, das angenehme wohlhabende Leben hinter sich lassen, und erkennen, was für ein Luxus schon Duschen und Toiletten sind. Doch wie Elli Radinger es beschreibt, würde auch ich am liebsten sofort mein derzeitiges Leben abbrechen, und den Wölfen hinterherreisen!

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Abgesehen von den interessanten Informationen über Wölfe, die mich auf jeden Fall dazu angeleitet haben, mich mehr mit diesen Tieren zu befassen, ist es die persönliche Note, die das Buch so lesenswert macht. Die Interaktionen mit den Wölfen sowie die Momente in überwältigenden Landschaften machen deutlich, dass manche Dinge verloren gehen in einem Leben, das kaum Zugang zur Natur offen lässt.
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Generell mag ich Bücher sehr gerne, in denen jemand das bisherige Leben vollkommen umwirft, und etwas ganz neues beginnt, weil sie mich daran erinnern, dass die Welt immer mehr Optionen offen lässt, als man vielleicht gerade sieht (oder durch gesellschaftlich geprägte Lebensentwürfe zu sehen gelernt hat). Und als solches Buch ist Wolfsküsse lehrreich und aufmunternd.
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Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich die Darstellungen der Natur und Tiere ab und an allzu schwärmerisch und idealisierend fand. Das aber nur minimal – außerdem ist ja nicht jeder ein solcher hochpragmatischer Spielverderber wie ich. Ganz abgesehen davon, ist Wolfsküsse eben ein biographisches Buch, das Lust darauf macht, sich näher mit faszinierenden Tieren außeinander zu setzen, und erhebt gar nicht den Anspruch ein klassiches trockenes Lehr- und Sachbuch zu sein.
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Für wen? Für wann?
Menschen mit Fernweh | Tierliebhaber*innen | draußen lesen, um sich der Natur noch näher zu fühlen | oder aber: für Zug- und Flugreisen und sonstiges Eingesperrtsein
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Ähnliche Bücher:
Das Geheime Leben der Bäume von Peter Wohlleben | The Wolf Border von Sarah Hall | Mädchenmeute von Kirsten Fuchs | The Overstory von Richard Powers

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