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Montagsfrage: Veränderter Büchergeschmack

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Heute fragt Antonia von Lauter-und-Leise danach, wie sich unser Leseverhalten innerhalb der letzten zehn Jahre verändert hat. Da ich mich, ehrlich gesagt, an den Lesegeschmack meines 16-jährigen Ichs gar nicht so gut erinnern kann (ich glaube, das waren hauptsächlich Krimis und Thriller), zunächst mal die Aspekte, bei denen ich mit relativer Sicherheit sagen kann, dass sie sich verändert haben:

Zum einen habe ich vor ungefähr genau einem Jahr eine plötzliche Leidenschaft für Horror entwickelt. Ich weiß überhaupt nicht, woher das kam, für das Genre habe ich mich nie wirklich interessiert – ich war auf ein paar Horrorfilmnächten bei Freundinnen, aber da war für mich eher von Bedeutung, eine Nacht mit lieben Menschen und leckeren Snacks zu verbringen, als was genau wir da eigentlich schauen – aber im letzten Sommer habe ich in der Hitze wohl plötzlich das Bedürfnis bekommen, mir kalte Schauer über den Rücken jagen zu lassen. 😀

Außerdem lese ich zur Zeit gefühlt mehr Jugendbücher als zu meiner eigenen Jugend. Damals habe ich mich kaum dafür interessiert und habe wahrscheinlich auch irgendwie genervt gedacht, dass ich im Alltag ja schon genug mit Gleichaltrigen zu tun habe, und ihnen deshalb nicht auch noch in meinen Büchern begegnen muss. Inzwischen finde ich Jugendbücher aber sehr faszinierend, und gerade Jugend-Thriller (wie die vom Arena-Verlag) sind eigentlich mein Standard-Entspannungsgenre, wenn ich einfach mal ein paar gemütliche Stunden auf der Couch verbringen will. Hierzu muss ich sagen, dass ich Jugendbücher aber sehr kritisch lese, und vor allem bei all den Klischees, die dort gang und gäbe sind, zwischen Wut und Augenverdrehen schwanke.

Ein weiteres Genre, dass ich jetzt erst wirklich für mich entdecke, ist Fantasy in all ihren Formen und Ausprägungen. Da hatte ich zwar früher schon eine Phase, die ist aber mehr als zehn Jahre her, so zwischen meinem neunten und zwölften Lebensjahr. In der vierten Klasse las ich zum ersten Mal die Herr-der-Ringe-Trilogie und hab die Bücher in den Jahren danach noch mehrmals gelesen, so begeistert war ich. Die blieben aber lange eine Ausnahme, von keinem anderen Fantasy-Werk, Harry Potter ausgenommen, war ich derart eingenommen.

Außerdem hätte man mich früher mit Sachbüchern jagen können, inzwischen lese ich aber eigentlich jeden Monat mindestens eines zu den verschiedensten Themen.

Letztlich lese ich inzwischen sehr viel auf Englisch, was ich früher nie tat. Komisch, eigentlich, da meine Mutter englische Muttersprachlerin ist und daher fast nur englische Bücher besitzt, ihr Regal hat mich aber nie gelockt. Begonnen, auf Englisch zu lesen, habe ich erst während des Englisch-Studiums, das eine recht spontane Entscheidung war.

Was gleich geblieben ist, ist wohl hauptsächlich wirklich meine Liebe zu Krimis und Thrillern – die sind wohl, seit ich lesen kann, mein meistgelesenes Genre, das fing damals mit den Fünf Freunden an und zieht sich bis heute durch. 🙂

Was mein Verhalten abseits der Genres angeht, ist, dass ich inzwischen, wie ich glaube, aufmerksamer lese, mir mehr Gedanken über meinen Lesestoff mache, und ihn dadurch auch länger im Kopf behalte. Früher habe ich einfach ein Buch nach dem anderen verschlungen und den Stapel dann wieder zur Bibliothek gebracht – aus den Augen, aus dem Sinn! Inzwischen, dadurch dass ich selbst Rezensionen schreibe, sie aber auch lese, und durch Seiten wie Goodreads oder meine Leseliste mir immer verschriftliche, was ich so lese, nehme ich es irgendwie bewusster wahr. Ich wage mal zu behaupten, ich könnte über jedes Buch, das ich in den letzten Jahren las, zumindest eine kurze Zusammenfassung verfassen und aufzählen, was ich daran mochte und was nicht. Vor zehn Jahren hatte ich wahrscheinlich die meisten Bücher, die ich laß, kurz danach schon vergessen. :’D

2 Kommentare zu „Montagsfrage: Veränderter Büchergeschmack

  1. Ich finde ja auch, dass Horror-Bücher arg unterrepräsentiert sind – allerdings ist es auch gar nicht so einfach, ein gutes Horror-Buch zu finden. Vielleicht finde ich auf Deinem Blog ein paar Tipps.

    Viele Grüße
    Der Büchernarr Frank

  2. Hallo Rosa,

    du bist in kurzer Zeit um einiges vielseitige im Lesen geworden, so wie das klingt. Wie spontan du an Horror gekommen bist, fasziniert mich wirklich. Ich komme an dieses Genre einfach nicht ran.

    Liebe Grüße
    Tina

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