[Zum Schluss] Link-Empfehlungen

[Woche 3, 2019] Meine gesammelten Lieblingslinks

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Foto von Nick Morrison auf Unsplash

Rezensionen und anderes Buchbezogenes:

Two Can Keep a Secret von Karen M. McManus von Kat auf Stürmische Seiten
Diese Rezension hat mich so in ihren Bann gezogen, dass ich – wenn ich genügend Geld auf dem Konto gehabt hätte, die Woche war dahingehend etwas schwierig 😶 – wahrscheinlich sofort die Mit-einem-Klick-Kaufen-Option für ebooks betätigt hätte. Diese Mischung aus Twin Peaks und Pretty Little Liars klingt einfach genau nach meinem Geschmack!
Lieblingsstelle: „“Two Can Keep a Secret” ist ein sehr dicht erzählter Roman und fühlt sich richig nach small town America an: Das kleine Echo Ridge an der kanadischen Grenze ist geprägt von Vorurteilen, Geheimnissen und aufgesetzter Freundlichkeit, hinter der sich viel mehr verbirgt. Dazu kommen wunderbare Beschreibungen von New England im Herbst, die dafür gesorgt haben, dass sich Echo Ridge realistisch und greifbar angefühlt hat.“

Reading Women Across Time and Culture von Nataly Ramírez Baeza auf The Attic on Eighth
In diesem Beitrag des Online-Magazins erzählt die Autorin von ihrer Recherche bezüglich lesender Frauen im Chile der 1910s und empfiehlt zudem chilenische Autorinnen. Da ich noch nie wissentlich und absichtlich etwas von chilenischen Autor*innen gelesen habe, waren diese Namen neu für mich und haben mein Interesse geweckt.
Lieblingsstelle: „The fact that women could read about divorce in a widely circulated magazine and learn about literature that addresses such issues, was thanks to the visualization and promotion of works written by female authors.“

Writing the Victorians von Kat auf Stürmische Seiten
Hier schreibt Kat über Klischees, Un- und Halbwahrheiten und anderes, was ihr immer wieder in historischen Romanen, die im viktorianischen Zeitalter spielen, negativ auffällt. Unterhaltsam geschrieben und sehr lehrreich, vor allem, wenn man selbst mit dem Gedanken spielt, eine Geschichte in dieser Epoche zu schreiben, und nun wissen möchte, wie man es vermeidet, Stereotypen und Sexismen zu reproduzieren!
Lieblingsstelle: „Wenn eure feministische Viktorianerin nämlich klingt, als hätte sie ebenfalls hundert Jahre feministische Geschichtsforschung zur Verfügung gehabt, haben wir ein Problem.“

Orchis von Verena Stauffer auf Angelika liest
Diese Rezension kam mir gerade recht, denn als ich neulich durch einen Buchladen schlenderte, ist mir dieses Buch ins Auge gefallen, aber ich habe mich dann doch nicht entscheiden können, ob ich es mir kaufen soll. Jetzt bin ich aber endgültig überzeugt, das Buch lesen zu müssen – Wissenschaft des 19. Jahrhunderts, Schiffsreisen, ein Mensch aus dem (wenn auch nur in Halluzinationen) eine Pflanze wächst, das klingt sehr nach mir!
Lieblingsstelle: „Ich habe selten ein so sprachgewaltiges Buch erlebt. Stauffers Beschreibungen ließen mir manches Mal mein Herz schneller schlagen. Oft hatte ich das Gefühl, ich stehe mit Anselm in diesen Orchideenfeldern und rieche sie ebenso intensiv wie er.“

Der Maßstab der Wirklichkeit – Zur Kontroverse um Takis Würgers Roman Stella von Johannes Franzen in Merkur
Von den Diskussionen um das genannte Buch habe ich bisher hauptsächlich auf Twitter mitbekommen. Seinen neuen Roman basiert Takis Würger auf dem Leben von Stella Goldschlag, einer Jüdin die zur Nazizeit als Spionin für die Gestapo gearbeitet hat. Daraufhin entspannten sich viele Diskussionen, ob Takis Würger mit seinem Stil und seinem erzählerischen Fokus der realen Geschichte gerecht wird, und auch darüber, ob er als deutscher, nicht-jüdischer Autor der Thematik überhaupt gerecht werden kann und soll. Von der Kontroverse um das Buch erweitert Johannes Franzen seine Betrachtungen auf Veränderungen im Literaturbetrieb und weißt sehr überzeugend auf einen Wandel im Lesen und Besprechen (vielleicht auch Schreiben) hin, in dem ethische und ästhetische Ansprüche miteinander verbunden werden.
Lieblingsstelle: „Erzählen als Kulturtechnik steht gerade auf dem Prüfstand – zumindest was die allzu triumphalistische Hochschätzung alles Narrativen der letzten Jahrzehnte betrifft.“

 

Andere Themen:

15 auf Ein Blog von Vielen
Letzte Woche habe ich ja schon einen Artikel zum Minimalismus geteilt, in dem es darum ging, dass dieser Lebensstil für weniger wohlhabende oder arme Menschen relativ schwer durchzuführen ist. Dieser Artikel nimmt genau die gegenteilige Position ein. Und weil ich es notwendig finde, sich mit mehreren Positionen zum einem Thema befassen, und weil auch ich so meine Sichtweise noch revidieren konnte, teile ich auch diesen.
Lieblingsstelle: „Was spricht dagegen, diese Dinge einfach nicht zu haben und sich der Konsequenz zu stellen? Was spricht dagegen, es einmal anders zu probieren? Mit solcherart Fragen gehen wir aktuell mit einem Umzug vor der Brust durch unseren Hausstand und merken, wie sehr wir über Besitz und Kram – vor allem aber über das Stückeln der Funktionen – versucht haben, unsere Armut zu verstecken. Sogar vor uns selbst.“

„Es gibt keine Kavaliere mehr“ – Warum Ritterlichkeit aussterben muss von Michelle Janßen auf Büchnerwald
In diesem Text geht es um das leider weit verbreitete Phänomen des Romantisierens von Stalking und anderen übergriffigen Handlungen. Detailliert und mit einem kleinen historischen Exkurs beschreibt sie die Problematik dahinter, sie wie ein „Gentleman“ oder „Kavalier“ zu verhalten. Ich kann ihr nur aus tiefstem Herzen zustimmen, nicht nur, weil auch schon unverschämte Aktionen von Männern wegstecken musste, die sich als Erklärung als „Gentleman der alten Schule“ bezeichnet haben, weshalb mir bei diesem Ausdruck eh das kalte Grausen kommt.
Lieblingsstelle: „Wenn jemand sagt, dass es keine richtigen „Kavaliere“ mehr gibt, dann ist das gut. Wird jemand als Überbleibsel dieser „guten alten Zeit“ bezeichnet, so ist das nichts anderes als eine Beleidigung.“

The Marie Kondo Books Debate Has Classist and Racist Undertones that Can’t Be Ignored von Kerri Jarema auf Bustle
Die Diskussionen um Marie Kondos Ratschlag, was das Ansammeln von Büchern betrifft, haben mir diese Woche auf Twitter ehrlich gesagt den letzten Nerv geraubt … Meine Meinung lässt sich wohl in den folgenden Tweets zusammenfassen

Es ging darum, dass Marie Kondo sagte, dass für sie persönlich die ideale Anzahl an Büchern, die sie besitzen möchte, 30 ist. Zusammen mit dem Vorschlag, dass man bei jedem Buch wirklich gut überlegen sollte, ob man es behalten möchte, reichte dies, dass Buchtwitter mehr oder weniger ausrastete, weil, wo kämen wir denn ja hin, wenn wir das eigene Konsumverhalten hinterfragen würden oder gar mit der Tatsache umgehen müssten, dass andere Menschen einfach andere Prioritäten in ihrem Leben haben?
Der verlinkte Artikel macht darauf aufmerksam, dass abgesehen von der absoluten Unwilligkeit dieser angeblichen Literaturliebhaber, den Ausdruck „sparks joy“ anders als absolut wörtlich zu interpretieren und damit einen zweifelhaften Umgang mit verschiedenen Lese-Möglichkeiten und Übersetzungen, sowie dem Wissen, was ein Vorschlag oder Ratschlag ist, zu beweißen, auch sehr viel Klassismus und Rassismus in die Kritik hineinspielen, die Marie Kondo erfährt.
Lieblingsstelle: „The backlash has focused on everything from [Kondo’s] poor English to making fun of the terms she [uses],“ Oh says. „We have seen so many memes making fun of the concept of ’sparking joy‘ and it reminds me in many ways of people deliberately misunderstanding and making fun of my parents‘ broken English.“

 

Videos:

Auch diese Woche habe ich zwei Videos für euch.

Zunächst erzählt Ariel Bisset in why i struggled with my masters warum ihr Master-Studium eine sehr negative Erfahrung für sie war:

Ich selbst bin gerade in meinem letzten Mastersemester, und kann ihr da in den Hauptpunkten nur zustimmen. Besonders störte mich in den letzten Jahren, wie häufig mir die Universität wie eine hermetisch versiegelte Einheit vorkam, die absolut keinen Zugang zu dem hat, was ich mal als „echte Welt“ bezeichne. Das bezieht sich zum einen auf die Frustration, die auch Ariel teilt: all die Forschung, die man betreibt, all die Essays, die man schreibt, und niemand bekommt sie zu sehen außer andere Akademiker*innen! Weil das absolut gegen alles geht, wofür ich stehen möchte, war diese Empfindung für mich ein Auslöser, mich mehr auf die Optionen zu konzentrieren, mein Wissen und meine Gedanken zu teilen, sei es hier auf dem Blog oder anderswo. Ich habe viele Pläne! 😀 Ansonsten hatte ich auch oft den Eindruck, dass viele Dozierpersonen gar keine Vorstellung von der Lebenswirklichkeit ihrer Studierenden haben, gerade was das Finanzielle betrifft. Ob da solche Ratschläge fallen, dass man sich für eine gute Stipendienbewerbung schon mal ein paar Monate frei nehmen sollte (wer das kann braucht doch wohl sowieso kein Stipendium?), oder Aussagen wie „einen Hiwi-Job macht man ja nicht wegen dem Geld sondern um zu networken“, ich wundere mich schon fast über mich, dass ich immer noch überrascht werden kann.
Ursprünglich war mein Plan, mich direkt nach meinem Abschluss auf Doktorand*innenstellen zu bewerben. Inzwischen ist mein Bedürfnis nach frischer, un-akademischer Luft aber so groß, dass das für mich nicht in Frage kommt, weshalb es mich im Sommer zunächst nach Canada verschlagen wird, wo ich arbeiten und Geld sparen und schreiben möchte. Den Doktor möchte ich noch nicht ganz in den Wind schlagen, habe ich doch auch von Internetmenschen absolut großartige Unterstützung erfahren, aber meine Priorität liegt darin, meine Forschung öffentlich zu machen und nicht mein Leben lang im Biotop der Uni herumzuschwimmen.

Nun. Das wurde jetzt doch sehr persönlich, als rasch zum nächsten Video:

Helene von Books by Leynes ist eine meiner liebsten Booktuberinnen, und dieses Video, in dem sie ihre liebsten Bücher, die sie 2018 las, Revue passieren lässt, macht schnell deutlich, warum – ihre Begeisterung und Humor machen jedes ihrer Videos zu einem Erlebnis und ich könnte sie den ganzen Tag schauen!

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