Dystopie · [Zeugs] Buchclubs

Zwitscherbooks: ‚The Bees‘

The Bees Picture

 

Seit zwei Wochen habe ich einen besonderen Grund, mich auf den Sonntag zu freuen: Sonntag-Nachmittag wird sich nämlich auf Twitter über das aktuell gelesene Buch des Twitter-Buchclubs @Zwitscherbooks ausgetauscht!

„Beobachtet“ habe ich den Buchclub schon länger, mitgemacht habe ich bis zu dieser Runde jedoch noch nicht. Da ich aber vor ein paar Wochen nach einer langen Pause zu Twitter zurückgekehrt bin, dachte ich mir, dass es endlich mal Zeit war, einzusteigen, und als das aktuelle Buch auch noch in der Stadtbücherei verfügbar war, nahm ich dies als Zeichen.

Nun habe ich die ersten beiden Etappen von The Bees von Laline Paull gelesen, und dachte mir, dass ich dieses aufgeteilte Leseerlebnis ja auch zum regelmäßigeren Bloggen nutzen kann. Üblicherweise habe ich ja, sei es nun in Rezensionen oder Monatsrückblicken über Bücher berichtet, die ich bereits beendet habe. Den Zwitscherbooks-Buchclub halte ich für eine gute Gelegenheit, einfach mal über ein noch nicht beendetes Buch zu berichten.

Dies wird nicht immer ganz spoilerfrei ablaufen, daher ist es vielleicht vor allem für diejenigen interessant, die das Buch schon kennen, oder solche Leser*innen, denen Spoiler nichts ausmachen.

Nun denn, ich beginne: Wie oben erwähnt, lesen wir zur Zeit den dystopischen Roman „The Bees“ von Laline Paull. Was ihn vor allem von anderen Dystopien unterscheidet, ist, dass die handelnden Charaktere keine Menschen sind, sondern Bienen. Die Protagonistin Flora 717 ist eigentlich eine „Säuberungsbiene“. Das heißt, sie ist in die unterste Kaste des Schwarmes geboren und statt zu fliegen und Nektar zu sammeln ist ihr Aufgabe das Reinigen des Bienenstocks. Da ihre Fähigkeiten doch die einer „gewöhnlichen“ Säuberungsbiene übersteigen, darf sie bald auch andere Aufgaben übernehmen und gewinnt sogar die Zuneigung der Bienenkönigin.

Bisher bin ich mir noch nicht so sicher, was ich von dem Buch halten soll. Dies mag zum einen an den Vorbehalten gegenüber des Genres liegen – Dystopien sind irgendwie nicht so meins, zumindest habe ich noch keine gelesen, die mich wirklich mitgerissen haben (Empfehlungen sind immer gerne gesehen!). Abgesehen davon, habe ich so meine Schwierigkeiten mit den tierischen Protagonisten. Vor dem Start der rundete tweete Zwitscherbooks zwar noch:

tweet

Da lachte ich noch. Aber schon bald nach dem ich zu lesen begann, wurde ich pingeling: „Also so sind Bienen bestimmt nicht,“ meckerte die nervige Stimme in meinem Kopf ständig. Aber langsam schaffe ich es, das auzuschalten, und mich doch mehr auf die Geschichte einzulassen. Yay! 😀

Über einige Dinge wundere ich mich aber immer noch – der starke Fokus auf Religion fällt mir da ein. Ich weiß einfach nicht, was das soll – zum sozialkritischen Aspekt trägt das Thema für mich hier kaum bei, aber wer weiß, vielleicht wird damit noch irgendetwas Spannendes gemacht.

Ansonsten ist dieser Punkt deutlicher: Da gibt es strikte und hierarchische Klassensystem im Bienenstock, das auch rassistische Züge trägt, da die „niederen“ Kasten der Bienen auf die Weise beschrieben werden, die man von den Beschreibungen People’s of Color kennt und das Geschlechterverhältnis, mit einem oft nur schwer zu ertragenden (weil so unglaublich realen) Sexismus der von den Drohnen (männlichen Bienen) ausgeht. Letztere werden nämlich, obwohl sie zahlenmäßig im Bienenstock eine Minderheit darstellen, verehrt und bedient, sie können sich anzügliche Kommentare und Berührungen.

Größtenteils gut gemacht hat mich eine große Sache doch an der Sozialkritik gestört: Flora, die Hauptperson, kommt zu ihren Privilegien ja nur, weil sie anders ist als die anderen ihrer Kaste. Hiermit wird also nicht das Klassensystem als solches angeklagt, sondern eigentlich nur, dass diese eine, besondere Säuberungsbiene so unterdrückt wird. Ihre Kolleginnen sind ja sowieso blöd und stumm, wen kümmert das bitte … [/sarkasmus] Vielleicht lese ich das aber bisher nur falsch und das System an sich wird noch deutlicher kritisiert werden.

Abgesehen von der Politik im Bienenstock geht es um Probleme die durch Umweltverschmutzung entstehen, wie sauren Regen, der ganze Felder ungenießbar werden lässt. Diese allgemeinen Probleme, die den ganzen Bienenstock betreffen, sind auch jene, bei denen ich bisher am meisten mitfiebere. Flora an sich ist mir bisher nicht so nahe gekommen, aber ich habe ja noch über die Hälfte des Buches vor mir.

Ich freue mich auf jeden Fall schon, über die Woche hinweg die nächste Etappe zu lesen und sie am Sonntag auf Twitter zu diskutieren. Wer sich die Tweets, die in diesen Runden zustande kommen, ansehen möchte, dem sei geraten, mal in den Hasthtag #zwbd reinzuschauen. 🙂

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