[Sonstiges Buchbezogenes]

Montagsfrage: Trigger, die uns ein Buch vorzeitig beenden lassen

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Habt ihr Trigger, die euch am Weiterlesen hindern?
(Antworten anderer Blogs hier!)

Es gibt natürlich Themen/Handlungsstränge, über die ich lieber nichts lesen möchte – oder nur mit genügend Vorbereitung irgendeiner Art – aber da solche meist schon im Klappentext oder in Rezensionen erwähnt werden, werde ich davon in der Regel nicht plötzlich überrascht.

Eine Sache, vor der nicht gewarnt wird, weil es vermutlich eher selten ist, dass einem da so unangenehm zu Mute wird, ist „Babysprache“. Also, wenn so geschrieben wird, wie Kleinkinder sprechen, oder wenn ein erwachsener Mensch so zu kleinen Kindern spricht. Aus unerfindlichen Gründen kann ich das nur sehr schwer ertragen, mir wird das körperlich und geistig absolut unwohl. Abgebrochen habe ich deswegen noch kein Buch (es ist ja auch selten mehr als ein paar Sätze), aber entsprechende Abschnitte überfliege ich ab und an nur. (Es kam auch schon vor, im Fall von A Portrait of the Artist as a Young Man, das mit einer entsprechenden Passage beginnt, dass ich es im betrunkenen Zustand zu lesen begann, weil ich wusste, dass mich ansonsten der Anfang wohl ewig davon abhalten würde, es zu lesen.)

Dinge, die mich vor Wut ein Buch zuschlagen lassen, und mir den Willen, weiter zu lesen, ziemlich dämpfen, sind z.B. ignorante und voruteilsbelastete Aussagen (oder sogar Witze) über Neurodivergenzen. Neulich z.B. laß ich Isegrim von Antje Babendererde, und als die Hauptperson über das Verhalten eines anderen Charakters dachte „Was ist denn das für eine Autistennummer?“ wurde mir vor Wut ein bisschen übel und ich sagte mir so etwas wie: „Den Scheiß muss ich mir echt nicht geben!“ Habe ich dann aber doch – teils, weil ich das Buch sowieso fast beendet hatte, teils, weil ich mir dachte, ich könnte ja über jene Szene so wie vieles andere, das mich aufgeregt hatte, einen Blogeintrag schreiben. Das habe ich dann im Endeffekt nicht, aber der Wille war da …

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6 Kommentare zu „Montagsfrage: Trigger, die uns ein Buch vorzeitig beenden lassen

  1. huhu,

    sehr interessante Facts. Manchmal helfen aber auch Trigger nicht weiter wenn das Buch einfach langweilig ist oder einen nicht fesseln kann. Lass dir liebe Grüße da, Tinka vom blog literaturaustausch.blogspot,co.at

  2. Huhu!
    ‚Isegrimm‘ steht noch auf meinem SuB. Leider kommen solche Aussagen wie die von dir beschriebene häufiger vor und leider stechen sie auch nicht immer ins Auge. Mich stört auch immer diese Aussage mit ‚er leidet an Downsyndrom/ sie leidet an Gehörlosigkeit‘ etc. – dabei leiden die ja gar nicht drunter. Es ist eine Behinderung, ja, aber nicht zwingendermaßen ein Leid.

    Liebe Grüße,
    Linda

    1. Hallo!
      Vielen Dank für diesen und deine anderen Kommentare, das hat mich sehr gefreut! =)
      Abgesehen von dieser Aussage war Isegrimm ganz nett. Manchmal zu tief in die Jugendbuchstereotype-Kiste gegriffen, aber ich mag einfach so Bücher, die im Wald und so spielen.
      Oh ja, das stimmt! Solche Werturteile sollte man besser Betroffenen überlassen, genauso wie all die anderen vorurteilsbelasteten Aussagen … Am schlimmsten finde ich es einfach, dass die meisten Autor*innen sich, wie deutlich zu merken ist, selten wirklich mit den Themen auseinandersetzen, über die sie das so schreiben, aber die Lesenden nehmen das zumeist einfach so hin, wie auch nicht, wenn man es nicht besser weiß. Argh, über dieses Thema könnte ich mich stundenlang aufregen! >.<
      Liebe Grüße
      Rosa

  3. Interessant, dass du das so siehst mit den fies gemeinten Kommentaren von Charakteren in einem Buch. Ich kann das total verstehen, weil man sich im echten Leben wahrscheinlich auch ziemlich über solche Kommentare ärgern würde.
    Für mich machen solche Aussagen, denen ich eigentlich total widersprechen würde das Lesen erst richtig interessant, weil ich damit vielleicht besser nachvollziehen kann, wie andere Menschen wirklich denken.

    1. Hallo!
      Danke für deine Rückmeldung!

      Da habe ich mich wohl etwas undeutlich ausgedrückt – mein Problem liegt nicht darin, wenn solche Aussagen auch wirklich als fies oder respektlos dargestellt werden, und man sich somit mit Vorurteilen etc. auseinandersetzt. Das finde ich ziemlich gut und notwendig!
      Ich finde es eher schlimm, wie oft ich auf solche Aussagen stoße, die dann gar nicht hinterfragt werden, sondern schlicht dazu beitragen, all die Vorurteile, mit denen man, wenn man neurodivergent oder körperlich behindert ist, sowieso schon zu kämpfen hat, weiterzuverbreiten und sogar zu legitimieren.

      1. Oh ja okay. Da stimme ich dir natürlich zu. Das sehe ich genauso. Das sollten Bücher lieber als Aufklärungsmedium dienen, anstatt die Vorurteile noch zu bestätigen.
        Aber einige davon gibt es ja sogar schon 🙂

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