Jugendbücher · Liebesromane

[Rezension] „Libellensommer“ von Antje Babendererde

Traveler DC 120

Autorin: Antje Babendererde
Verlag: Arena
ISBN-10: 3401500198
ISBN-13: 9783401500195
Seiten: 260

Handlung: In Jodies Familie läuft gerade vieles schief: Die Eltern streiten dauernd, der Vater zieht aus, und als ihre Mutter dann auch noch ihren Laptop verkauft, reicht es ihr. Sie haut ab – ihr Ziel ist es, zu ihrem E-Mail-Freund zu reisen und dort einige Zeit zu verbringen, um den Eltern einen Schrecken einzujagen. Per Anhalter macht sie sich auf den Weg, doch nicht alles läuft so, wie geplant. Als der Indianer Jay sie schließlich aus einer unangenehmen Situation befreit und zwangsweise mit in sein Lager nehmen muss, beginnt der ereignisreichste Sommer ihres Lebens. Jodie muss einige Vorurteile über Bord werfen, über sich selbst hinauswachsen, und findet in Jay schließlich die Liebe…

Oberflächliches: Das Cover finde ich mit den zarten Libellenflügeln wunderschön gestaltet. Einfach traumhaft – ausnahmsweise kann ich mich nicht über das Titelbild beklagen! 😀

Das Buch hat mich, ehrlich gesagt, enttäuscht. Ich hatte schon viel Lob dafür vernommen, meine kleine Schwester liebt die Romane von Frau Babendererde, und auch Freundinnen in meinem Alter waren teils sehr begeistert. Auch der Satz in der Kurzbiographie „ihre Romane […] fußen auf intensiven Recherchen und USA-Reisen und werden von der Kritik hoch gelobt“, schürte meine hohen Erwartungen.
Diese konnte das Buch allerdings nicht wirklich halten – es war zwar eine nette Lektüre für zwischendurch, allerdings gefielen mir zwischendrin so viele Dinge einfach gar nicht, dass ich es nicht wirklich durchgängig genießen konnte.
Zum einen wäre da Ich-Erzählerin und Hauptcharakter Jodie. Ja, ich weiß, sie ist gerade in der Pubertät und alles, aber dennoch: ihr ständiges Jammern und Klagen ging mir dann doch teilweise arg auf die Nerven! So schwierig ihre Situation, von einem unbekannten Indianer durch die Wildnis geführt zu werden, auch sein mag, mir machte es nicht besonders Spaß, ihren dauernden Beschwerden gegenüber Jay, der sie ja immerhin aus einer äußerst unangenehmen Situation gerettet hatte, zu lauschen. Vor diesen Hintergrund fand ich auch die Liebesgeschichte zwischen den beiden äußerst schwer nachzuvollziehen. Er, ganz der klassische, schweigsame „ein Indianer kennt keinen Schmerz“-Typ, und sie, dauernd dabei zu fragen, zu klagen…zu nerven. Nein, wirklich, ich kann in keinster Weise verstehen, was die beiden verband, und muss sagen, dass ich sie an seiner Stelle wohl irgendwann im Wald stehen gelassen hätte…
Man erfährt kaum von irgendwelchen ausführlicheren Gesprächen, die eine Verbindung zwischen den beiden für mich überzeugend hätte wirken lassen.
Insgesamt empfand ich eigentlich alle Charaktere als sehr klischeehaft gezeichnet, es wirkt, als kämen Jodie und Jay nur zusammen, weil sie in sich gegenseitig die Faszination am stereotypen Anderen ausleben können.
Auch abseits der Beziehung fand ich viele Aspekte so unlogisch, dass sie mein Lesen erheblich störten. Jodies Eltern wissen für Wochen nicht, wo sie ist, aber weil sie ja einen Zettel hinterlassen hat, dass sie bitte nicht die Polizei rufen sollen, tun sie das auch nicht, sondern warten einfach, dass sie schon wieder auftauchen wird? Eher nicht.
Außerdem: Diese Idee, dass ein übergewichtiges Mädchen für das perfekte Happy End natürlich Gewicht verlieren muss, sollte auch endlich mal ins Nirgendwo verbannt werden.

Wie man sieht war ich mit dem Buch also nicht wirklich zufrieden und würde es eher nicht weiter empfehlen. Ich kann mir schon vorstellen, dass es für jüngere Leser*innen romantisch sein kann, allerdings ist ja nicht alles, was als romantisch und ein Beziehungsideal empfunden wird, wirklich positiv zu betrachten. (Man besehe sich nur mal Twilight oder 50 Shades of Grey.)

Für wen? Mich nicht. Jemand, der etwas weniger kritisch denkt, als ich, hat an dem Buch vielleicht mehr Spaß, aber für mich bestand das größte Vergnügen am hingerissenen Anstarren des Covers, das ich immernoch wundervoll finde. 😀

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