Historisches

[Rezension] „Hansetochter“ von Sabine Weiß


Bildquelle: Lovelybooks.de

Autor: Sabine Weiß
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN-10: 3404168879
ISBN-13: 978-3404168873
Seiten: 588

Oberflächliches: Das Cover wirkt in den Braun- und Grüntönen unaufdringlich und angenehm; die Zeichnung passt zum historischen Roman. Für mich stach einzig das Foto der Frau ein wenig unpassend hervor, vielleicht bin ich aber auch nur neidisch auf ihr Kleid. 😉

Handlung: Henrike und ihrem kleinen Bruder Simon leben ziemlich glücklich. Ihr Vater ist ein angesehener Hansekaufmann und versteht sich sehr gut mit seinen Kindern. Als er jedoch plötzlich stirbt, ändert sich alles: Sein Geschäft fällt in die Hände seines Bruders und dessen unsympathischer Familie, die den Kindern das Recht an ihrem Erbe abspricht. Nun ist es an Henrike, Gerechtigkeit wieder herzustellen. Zur Seite steht ihr hierbei vor allem der junge Kaufmann Adrian…

zitat hansetochter nochmal

Das Buch bietet gut recherchierte historische Unterhaltung (im Nachwort nennt die Autorin sogar ihre Quellen, ich bin äußerst entzückt!), in der, zu meiner Freude und Erleichterung, die Liebesgeschichte sich nicht vehement in den Vordergrund drängt, wie es doch oft genug passiert. Natürlich werden die Annäherungen und das Auf und Ab zwischen Henrike und Adrian erzählt, doch die Handlung konzentriert sich vor allem durch die Probleme, die durch Henrikes Onkel und dessen Familie entstehen. Fassungslos und wütend sitzt man da und fiebert mit Henrike und Simon, der den brutalen Schikanen des Cousins am häufigsten ausgesetzt ist, mit. Immer, wenn man denkt, noch schlimmer kann es nicht kommen, setzt vor allem Letztgenannter noch eines drauf. Mein einziger Kritikpunkt war dann auch, dass die Charaktere etwas zu Schwarz-Weiß gezeichnet sind; die Bösen sind von Grund auf schlecht und die Guten nahezu charakterlich unfehlbar. Wenn man sich damit aber anfreunden kann, erwarten einen dafür Antagonisten, die man aus tiefstem Herzen verabscheuen kann. 😉
Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar und nimmt den Leser dank der norddeutschen Ausdrücke mit in die Welt der Hanse. Auch die detaillierten Beschreibungen der Schauplätze lassen die Zeit vor dem inneren Auge lebendig werden.
So hat mich das Buch nicht nur gut unterhalten, sondern in mir auch das Interesse an einer Epoche geweckt, der ich mich zuvor noch nicht ausführlich gewidmet habe, was ich aber definitiv zu ändern gedenke.
Insgesamt kann ich die Geschichte guten Gewissens weiter empfehlen.

Für wen? Menschen, die gerne in die Atmosphäre vergangener Zeiten eintauchen wolle, auf Historie ohne zu großen Kitsch-Anteil stehen, und dennoch einen spannenden Plot nicht missen wollen.

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