Jugendbücher

[Rezension] „Die Sphinx von Montana“ von Pauls Toutonghi

Bildquelle: lovelybooks.de

Autor: Pauls Toutonghi
Verlag: rowohlt
ISBN-10: 3871347450
ISBN-13: 978-3871347450
Seiten:  317

Oberflächliches: Durch den schlichten, aber sehr interessant gestalteten Einband bekommt das Buch gleich einen künstlerischen Touch. Allerdings frage ich mich, da mein Leseerlebnis ergab, dass ich das Buch eher Jüngeren als ich selbst (20) es bin, empfehlen würde, ob damit wirklich die richtige Zielgruppe angesprochen wird. Dennoch – die Idee, dass die „Spiegelung“ der Pyramiden schneebedeckte Berge darstellt, finde ich richtig gut.

Handlung: Der Protagonist des Buches, Khosi, führte bisher ein recht beschauliches Leben als Museumsführer in der Kleinstadt Butte. Dieser Job, der für die meisten wohl ein wenig langweilig wäre, passt perfekt zu dem leicht neurotischen Khosi, der sich in Menschenmengen nicht wohlfühlt und bei dem jeder Stift auf dem Schreibtisch wohlgeordnet daliegen muss. Entsprechend unerwartet kommt dann für ihn und seine Mitmenschen sein Entschluss, nach Ägypten zu reisen um endlich seinen Vater kennen zu lernen. Natürlich geht dieses Abenteuer nicht ohne Komplikationen von Statten und so stolpert er von einer absurden Situation in die nächste.

Das Buch hat in mir ehrlich gesagt keine großen Begeisterungsstürme hervorgerufen. Zwar gefiel mir die Idee sehr gut, auch sämtliche unterschiedlichen Charaktere, die alle auf ihre eigene Weise verrückt sind, fand ich sehr kreativ und es war interessant, sie miteinander umgehen zu sehen, aber mein größtes Problem mit diesem Roman war, dass mir dann alles irgendwie doch zu sehr „over the top“ erschien. Natürlich erwarte ich in Büchern keine Abbildung der Realität, und fiktionale Charaktere habe ich auch oft gerade deshalb so gerne, weil sie eben nicht so sind, wie jeder zweite, den man auf der Straße trifft, aber dennoch, hier hatte ich oft das Gefühl, es ginge nur darum, noch ausgeflipptere Menschen zu entwerfen, noch irrwitzigere Vergleiche zu erschaffen, noch undenkbarere Wendungen zu erschaffen als je zuvor. Dies empfand ich oft als anstrengend, weshalb ich bei diesem Buch nie in einen wirklichen Lesefluss geriet. Ich konnte mich nicht in der Geschichte verlieren, geriet nie an den Punkt, an dem man vergisst, dass man nur liest und nicht erlebt, und das fand ich schade.
Es ist kein schlechtes Buch, definitiv nicht, gerade bei Jugendbüchern stößt man immer öfter auf simple Schreibstile und flache Charaktere, was hier nicht der Fall ist. Auch war ich nie wirklich gelangweilt – es erfüllte bei mir nur eben den Zweck einer netten Unterhaltung nebenher, nichts, um darin zu versinken und mitzufiebern.

Deshalb will ich auch meine Empfehlung eher für jüngere Leser aussprechen, so ab einem Alter von vierzehn Jahren. Aus der oft monotonen Jugendbuchlandschaft sticht „Die Sphinx von Montana“ nämlich wirklich positiv hervor!

Für wen? Hm. Reiselustige Neurotiker mit komplizierten Familienverhältnissen?
Oder, wie ich finde: Für Leute, die den Fänger im Roggen irgendwie mochten, sich aber gerne einen Protagonisten gewünscht hätten, der doch noch ein bisschen sympathischer ist.

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