Historisches

[Rezension] „Sehet die Sünder“ von Liv Winterberg

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Autorin: Liv Winterberg
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv)
ISBN-10: 3423249404
ISBN-13: 978-3423249409
Seiten: 432
Cover: Sehr schön gestaltet, wie ich finde! Hübsch unaufdringlich und auch nicht mit dem für historische Romane fast schon klischeehaften, gemälde-artigen Frauenantlitz

„Sehet die Sünder“ ist ein Thriller, der in historischem Ambiente spielt, genauer gesagt in der Bretagne um 1440. In diese wird man dank des bildhaften Schreibstils der Autorin auch schnell entführt, dank lebendiger Beschreibungen kann man sich die verschiedenen Schauplätze, an denen die Geschichte spielt, gut vorstellen. Manche Dialoge wirken dank des betont altmodischen Sprachgebrauchs zwar recht gestelzt, doch das stört den Lesefluss nur unwesentlich.

Zentrum der Handlung ist das fiktive Dorf Saint Mourelles, in dem Kinder verschwinden und später tot – ermordet! – aufgefunden werden. Dass es sich hierbei weder um eine Strafe Gottes noch um das Werk des Teufels handelt, ist dem modernen Leser schnell klar, doch wer oder was hinter diesen Vorfällen steckt, die sich rasch auf das nahe gelegene Schloss Troyenne und ein weiter entferntes Dorf ausweiten, bleibt bis zum Schluss spannend.

Die vielen verschiedenen Handlungsorte und -stränge sind zwar am Anfang noch verwirrend, doch man gewöhnt sich schnell daran und sie eignen sich bestens dazu, aus verschiedenen Hinweisen eine eigene Lösung zurecht zu puzzeln.

Die Charaktere waren ebenfalls recht vielschichtig beschrieben, man konnte sich nie ganz sicher sein, ob sie wirklich so sind, wie sie vorgeben. Einzig störte mich die für meinen Geschmack etwas sehr „perfekte“ weibliche Hauptperson Catheline, an der ich nicht wirklich negative Eigenschaften ausmachen konnte, doch das tat dem Lesevergnügen kaum Abbruch.

Für diejenigen, die bei vielen handelnden Personen oft durcheinander kommen, gibt es am Anfang auch ein Personenregister, was mir sehr entgegenkam.

Neben der Haupthandlung, den Mordfällen, gibt es (natürlich) noch eine komplizierte Romanze, sowie politisch-wirtschaftliche Intrigen, auch ist die Handlung sehr gut in den historischen Zusammenhang eingebettet.

Was mir sehr gut gefiel war auch der Anhang in dem die Autorin noch ein Mal auf die Zeit, in der das Buch spielt eingeht, und außerdem auf einige wahren Ereignissen eingeht, die sie zu der Geschichte inspirierten, außerdem gibt es ein Glossar mit Begriffen, die den Lesern wohl heute nicht mehr ganz so geläufig sind.

Alles in allem ein netter Schmöker für spannende Lesestunden!
Ich werde mir auf jeden Fall auch den ersten Roman der Autorin zu Gemüte führen.

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