Historisches · Krimis und Thriller

[Rezension] „Die Schädeljäger“ von C. Gref und M. Schwagmann

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Autoren: Christiane Gref & Meike Schwagmann
Verlag: Gmeiner-Verlag
ISBN-10: 3839212987
ISBN-13: 978-3839212981
Seiten: 367
Cover: Nicht unbedingt schön anzusehen, Zartbesaitete (ich) finden es gruselig, aber definitiv sehr gut zum Inhalt passend und interessant zu betrachten.

„Die Schädeljäger“ ist ein Thriller, der in Weimar zur Zeit Goethes spielt – allerdings ganz ohne Goethe, was allerdings auch nicht weiter stört, schließlich ist das Thema des Romans nicht die Literatur, sondern eine gänzlich andere Wissenschaft: Die Phrenologie, also die Schädellehre. Diese besagt, dass man anhand der Vermessung eines Schädels nahezu sämtliche Charaktereigenschaften eines Menschen errechnen kann.

Zur Zeit, in der das Buch spielt, hält sich gerade ein Wissenschaftler namens Dr. Gall in Weimar auf und belehrt und schockiert die Bürger mit Vorträgen über jenes Thema. Unglücklicherweise scheint er aber auch einen besonders enthusiastischen Fan dazu angeregt haben, das mit der Schädelvermessung selbst einmal zu versuchen, doch leider belässt der es nicht beim Abtasten der Köpfe lebendiger Personen, sondern ist für eine Spur enthaupteter Leichen verantwortlich, die die Stadt in Aufruhr versetzt.

Bei der Lektüre des Buches begegnet man einer Reihe interessanter Charaktere und zumindest mir schien am Anfang jeder dubios genug, um der Täter zu sein. Da gibt es Adrian Dennfelder, einen mürrischen und verschwiegenen Weinhändler, einen irgendwie zwielichtigen Frauenhelden namens Victor von Marbach, einen aufstrebenden Jungdichter mit Namen Manuel Brückner und viele mehr.

Auch gibt es viele Nebenhandlungen, von kaputten Ehen über romantische Verstrickungen bis hin zu weiteren kriminellen Taten, wie der Verstümmelung einiger als Boten gebrauchter Straßenjungen. So passiert fast auf jeder Seite etwas Spannendes und Unerwartetes.

Der Schreibstil lässt sich gut lesen, ist dem historischen Ambiente angepasst doch nicht zu gewollt altmodisch, was mir oft bei historischen Romanen unangenehm auffällt.
Nach einer kleinen Anlaufzeit war ich schnell in der Geschichte drin und habe das Buch nicht so rasch wieder weggelegt, tat sich doch ständig etwas Neues auf und ich schöpfte ständig wieder einen anderen Verdacht, wer denn nun hinter allem steckt.

Was mich am Ende dann jedoch ein bisschen störte, war, dass nicht wirklich alle Einzelheiten aufgeklärt wurden, ja, dass sogar manches für mich persönlich gar nicht wirklich zusammenpasst. Doch wer mit einem spannenden historischen Krimi, der zwar nicht alle Fragen restlos klärt, aber interessant und unterhaltsam zu lesen ist, kann mit diesem Buch kaum etwas falsch machen.

 

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